|
10.11.2004
[The Man Who Would Be Bat - Batman x 2]
Oberflächlich betrachtet ist diese Episode nicht unspannend und enthält auch eine schöne Portion Humor. So zum Beispiel, als Alfred Batman um 05:23 Uhr erklärt, daß nicht alle Menschen Kreaturen der Nacht sind und hie und da um diese Uhrzeit vielleicht schlafen, oder als es Bruce im letzten Moment gelingt, sein per Fernbedienung herbeigerufenes Batmobil umzudirigieren, als überraschend Bennett und Yin bei ihm auftauchen. Auch der Spruch "So, where's the big bad bat", der an den Reim des Riddlers aus "Batman Forever" (Ridddle me this and riddle me that. Who's afraid of the big bad bat?) angelehnt ist, ruft ein Schmunzeln hervor.
Geht man jedoch ins Detail, macht sich Entäuschung breit. Nicht nur, daß es völlig unlogisch und vor allem unglaubwürdig ist, daß Bruce, auch wenn es mitten in der Nacht ist, in aller Öffentlichkeit vor den Türen seines Unternehmens ins Batmobil steigt, nein, leider wurde auch dem Charakter Man-Bat/Langstrom unnötig Gewalt angetan, indem man eine völlig neue Figur konzipierte. Wiedererkennungseffekt in den "normalen" Comics gleich Null.
Dabei wäre das Potential durchaus vorhanden gewesen, hätte man es in dem Plot dabei belassen, daß Dr. Langstrom mit Hilfe des Sonars der Fledermäuse eine Heilung für taube Menschen wie seine kleine Nichte finden wollte. Aber nein - er lügt. Er will niemanden heilen, seine Nichte sowieso nicht, denn die hört sehr gut (und ist obendrein eine freche Göre), er will einfach nur böse sein und anderen Leuten Angst machen.
Und so wurde den Zuschauern wieder einmal ein Bösewicht präsentiert, dessen Muskeln sich unter dem Einfluß von Chemikalien hulkmäßig ins Unermeßliche aufblähen. Und was so eine richtige böse Fledermaus ist, die will natürlich auch fressen, also holt er sich was Leckeres aus dem Zoo. Als Batman die Befürchtung äußert, daß das nächste Opfer ein Mensch sein könne, hält er das für eine gute Idee und schnappt sich Ethan. Daß er zum Schluß, nun wieder in menschlicher Gestalt, seinen Drohungen gegen Batman ein irres Lachen folgen läßt, das eher zu Joker gepaßt hätte, ruft nur noch ein müdes Schulterzucken hervor.
Schade, daß ein eigentlich interessanter Gegner so eindimensional dargestellt und nicht einmal im Ansatz versucht wurde, eine Anlehnung an die Comics zu schaffen. Schade besonders deshalb, weil die Charaktere von Bruce/Batman und Alfred anfangen, einem ans Herz zu wachsen.
[Luise] weitere Infos zu The Man Who Would Be Bat
|