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14.09.2004
[The Bat in the Belfry - Jokers Lachgas]
Ich war auf die Pilotfolge der neuen Animated Series "The Batman" mehr als gespannt. Zum einen, weil natürlich der Hype, den Warner zum Serienstart veranstaltet hat und in den ganz gezielt die US-Fansites mit einbezogen waren, schon ein wenig ansteckend wirkte, zum anderen, weil die ersten Reviews nicht ganz so positiv, wie vielleicht erwartet, ausgefallen sind.
So eine Review ist immer eine sehr persönliche und vor allem subjektive Sache. Geschmäcker sind verschieden und "wat dem eenen sin Uhl, is dem annern sin Nachtigall". Was man bei der neuen Serie auf jeden Fall vermeiden sollte, ist der direkte Vergleich mit B:TAS und TNBA. Unter diesem Vorbehalt kann ich sagen: Ja, sie ist ganz nett gemacht.
Die Dialoge sind teilweise recht witzig, die Einführung von Batman und seinem Scheindasein als Milliardär Bruce Wayne, der immer wieder das Augenmerk der Presse auf sich zieht, wirkt überzeugend. Seine Besessenheit kommt zum Ausdruck und es ist Alfred, der hier gegensteuern und ihn an seine gesellschaftlichen Pflichten erinnern muß. Detective Ethan Bennett erscheint sympathisch, seine Kollegin Ellen Yin ein wenig übereifrig. Rupert Thorne hingegen machte den Eindruck eines schmierigen Zuhälters aus den 70er Jahren und nicht den eines schmierigen Gangsters, der aber wenigstens über ein Minimum an Stil verfügt. Aber wie eingangs schon gesagt, sollte man Vergleiche zu der Serie von Paul Dini und Bruce Timm vermeiden.
Rino Romanos Einstand als Stimme von Batman/Bruce Wayne war gelungen, auch die der anderen Sprecher. Kevin Michael Richardson als Joker muß sich hinter Mark Hamill sicher nicht verstecken. Er zog wirklich alle Register und verlieh seinem Charakter alle Facetten, die man vom Clownprinzen des Verbrechens erwartet. Einzig Alastair Duncans Darbietung von Alfred wirkte auf mich leicht überzogen und ein bißchen "zu" britisch.
Mit was ich mich derzeit überhaupt noch nicht anfreunden kann, ist der Zeichenstil. Während einer Kampfszene zwischen Batman und dem Joker wuchs bespielsweise der Kopf des Clowns, der so wie so schon sehr unpropotioniert wirkt, zusehends an. Und auch Bruce Wayne sieht eher wie ein junger Boxer denn wie ein junger reicher Mann aus. Chief Rojas hingegen erinnerte mich starkt an Peppone, den Widersacher Don Camillos. Gotham selbst wirkt in keiner Weise modern sondern eher wie eine Stadt aus dem vorletzten Jahrhundert. Und der Himmel über der Stadt kann sich nicht so recht entscheiden, ob er nun rot oder grün ist.
Besonders schade fand ich, daß die Entstehungsgeschichte des Jokers und ihr unmittelbarer Zusammenhang mit Batman von den Drehbuchautoren völlig ignoriert wurde. Batman hat keine Ahnung, wen er da vor sich hat. Er erkennt nicht mal, daß der Joker tatsächlich so aussieht und versucht, ihm die, natürlich nicht vorhandene, Maske vom Gesicht zu ziehen. Nun ja, vielleicht hat er sich auch daran erinnert, daß der Clown früher mal nicht so grauslig ausgesehen hat.
Viele Elemente der Episode erinnerten an Tim Burton's "Batman". Nicht nur die Anspielung auf die Fernsteuerung des Batmobils, auch der riesige Luftballon, mit dem der Joker sein Gas transportiert, wecken Erinnerungen, die von der begleitenden Musik noch verstärkt werden. Doch ist dies nicht die einzige Hommage: Als der Joker, aus was für Gründen auch immer, die Insassen Arkhams befreit, erkennt man in den Freigelassenen Bruce Timm, Alan Burnett und Paul Dini, die Macher der alten Animated Series, wieder.
Obwohl "The Bat in the Belfry" ein wenig überfrachtet wirkte (neben dem Batmobil wurde auch das Batboat, Wayne Manor, die Batcave und die Batwave eingeführt), bin ich doch schon sehr gespannt auf die nächsten, wenn zuerst Oswald Cobblepot, dessen Darstellung mich auch schaudern läßt, und dann Catwoman, die sehr süß aussieht, vorgestellt werden.
[Luise] weitere Infos zu "The Bat in the Belfry"
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