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Robin #128
 Robin #128 | Fired!
Robin und Batman stehen der gefährlichen Scarab gegenüber. Überrascht von der Stärke und Professionalität der Unbekannten, müssen sich der Dunkle Ritter und sein neuer Partner geschlagen geben. Durch eine List gelingt es Robin, einen Peilsender an den Kampfanzug der Gegnerin anzubringen, um sie in ihr Versteck zu verfolgen.
Batgirl unterrichtet derweil Tim über die jüngsten Vorkommnisse in Gotham und daß er in das Schema der Mörderin passt.
Während Robin bei dem Batplane die Stellung halten soll, startet Batman, nun mit einer Kampfrüstung ausgestattet, einen zweiten Versuch, Scarab zu stoppen. Auch diesmal scheint es so, das er Scarab unterlegen ist, der Kampf könnte tödlich für den Dunklen Ritter enden. Robin entschließt sich entgegen der ausdrücklichen Anweisung von Batman, in den Kampf einzugreifen, um ihren Partner zu retten.
Meinung Bill Willingham und Damion Scott bieten uns hier eine bis zur letzten Seite spannende Story, mit einigen Wendungen und einem überraschendem Ende. Schon die erste Zeichnung Scotts zeigt, daß mit der geheimnisvollen Scarab nicht zu spaßen ist. Mit einem gezielten Schlag katapultiert sie Batman, und Robin gleich dazu, aus dem Fenster.
Das konsequente Vorgehen der Auftragskillerin wird diesmal noch deutlicher gezeigt als in den vorherigen Ausgaben. Willingham zeichnet Scarab als professioneller Assasine mit strikten Regeln, die sie befolgt und nicht bereit ist, zu brechen.
Bei dem ersten Kampf findet sie heraus, daß Robin nun weiblich ist und nicht mehr in das Schema ihres Auftraggebers paßt. Daraus schlußfolgert sie, daß sie bereits den ursprünglichen Juniorpartner des Dunklen Ritters eliminiert haben muß. Ihr Auftrag ist für sie somit erledigt.
Auch als ihr Auftraggeber enttäuscht darüber ist, daß sie Batman und den neuen Robin am Leben gelassen hat, sagt sie deutlich: "Ich bin ein Auftragskiller, kein Mörder". Für sie ist Mord ein Geschäft und kein Vergnügen oder Obsession, wie dies bei anderen Batman-Schurken der Fall ist. Nach ihrer eigenen Aussage sieht sie auch keine Notwendigkeit, jemanden unnötig zu töten.
Dies stellt sie mehr als einmal unter Beweis. Auch beim zweiten Kampf mit Batman und Robin hätte sie die Möglichkeit gehabt, die beiden ohne Schwierigkeiten zu töten. Sie entschließt sich aber, mit Batman einen Deal für die Flucht abzuschließen. Jeder andere Batman-Schurke hätte die Chance genutzt, das dynamische Duo endgültig aus der Welt zu schaffen. Dieser Ehrenkodex entgeht auch Batman nicht, es ist eben alles nur geschäftlich, nicht persönlich.
Batmans väterliche Geste, Batgirl zu Tim zu schicken, stellt sich als Schutzmaßnahme heraus und nicht etwa, um Tim etwas Trost zu spenden, wie es vielleicht den Anschein hatte. Eigentlich schade, da es Tim gut getan hätte, das Gefühl zu haben, daß sich jemand einmal um sein Gefühlsleben sorgt. Es sieht so aus, als müßten er und Steph noch etwas auf das notwendige Gespräch über ihre Beziehung warten.
Der große Verlierer ist Stephanie. Von ihren Gefühlen geleitet, will sie ihrem Chef beim zweiten Kampf gegen Scarab helfen, obwohl sie sich raushalten sollte. Eine strikte Befehlsverweigerung, die schlimmer hätte enden können, als es ohnehin schon der Fall ist.
Dieser Fehler wird natürlich von Batman mit dem Schlimmsten abgestraft, was es für das junge Mädchen gibt: Eine Kündigung des neuen Jobs. Nie wieder Robin und was das Ganze noch härter macht, Batman will auch Spoiler nicht mehr sehen.
Ist diese Entscheidung Batmans gerechtfertigt? Darüber läßt sich wohl streiten. Klar ist jedoch, daß die Vorgänger Stephanies auch schon mindestens einmal einen Befehl vom Chef mißachtet und den ein oder anderen Bock geschossen haben und deshalb nicht gleich gehen mußten.
Es sieht fast so aus, als wäre Batman sauer darüber, das Scarab mit dem Batplane fliehen konnte, da Robin vergessen hatte, das Sicherheitssystem zu aktivieren. Das sagt er Stephanie aber nicht ins Gesicht. Er gibt ihr auch keine vollständige Erklärung, sondern bezieht sich nur auf die Abmachung, daß seinen Anweisungen auf dem Schlachtfeld Folge zu leisten sind. Die Regeln stellt nun einmal er auf und das ist Gesetz, ob es ihr paßt oder nicht. Für diesen Fehler mußte sie mit den Konsequenzen rechnen.
Dabei hat sie es nicht gerade leicht. Sie überspielt ihre Unsicherheit mit lockeren Sprüchen. Das Selbstvertrauen ist noch nicht so fest vorhanden, wie es vielleicht sein sollte oder von Batman erwartet wird. Als sie dann glaubt, einen guten Job zu machen und die richtige Entscheidung getroffen zu haben, wird sie dafür abgestraft.
Die Art und Weise, wie es Batman aber dann anstellt, dürfte für sie das Schlimmste sein. Zwischen dem Kampf und der Urteilsverkündigung sind drei Wochen ohne ein Wort von ihrem Boss vergangen. Ohne Vorwarnung wird sie mit der Entscheidung konfrontiert, die es ihr dann auch noch verbietet, als ihr früheres Alter Ego aufzutreten. Ein ziemlicher Schock, der sich im letzten Bild mit der gebrochenen Stephanie zeigt.
Inhaltlich gibt es an der Story von Bill Willingham nichts zu beanstanden. Die Charaktere verhalten sich typisch. Das Ende wurde zwar deutlich gezeigt, es dürfte aber nicht endgültig sein. Denn die Karriere von Steph als Robin kann noch nicht vorbei sein, dafür war das Gastspiel doch zu kurz. Selbst Jason Todd hatte mehr Zeit, sich zu beweisen, bevor er gehen musste.
Damion Scotts Zeichnungen beschränken sich auf das Notwendigste, die Darstellung der Szenen sind dynamisch und treiben den Comic richtig voran. Man merkt deutlich, das er Robin als seine Hauptdarstellerin ansieht. Gekonnt setzt er sie in Szene, in dem er ihr schöne Aufnahmen bereitet.
Zum Schluss bleibt nur zu sagen, daß trotz des traurigen Endes die Story spannend und ihr Geld wert ist.
Details: Robin Story: Bill Willingham Zeichnungen: Damion Scott Tusche: Damion Scott & Robert Campanella 32 Seiten, $ 2,25 DC Comics
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