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All Star Batman 1
Inhalt Bruce Wayne und Vicki Vale werden bei einer Vorstellung im Zirkus Zeuge davon, wie Dick Graysons Eltern ermordet werden. Dick wird von korrupten Polizeibeamten abgeführt und soll zum Schweigen gebracht werden. Während Vale mit Alfred die Verfolgung aufnimmt, bereitet Bruce als Batman die Befreiung von Dick Grayson vor, da er ihn als neuen Soldaten in seinem Feldzug gegen das Verbrechen auserkoren hat. Nachdem Batman den jungen Dick befreite, machen sich beide im Batmobil auf den Weg zur Bathöhle. Dicht gefolgt von der Polizei.
Meinung Mit Spannung erwarteten die Fans die erste Ausgabe dieser neuen Serie. Schon die Bekanntgabe, dass Frank Miller und Jim Lee, zwei der größten Comic-Künstler der letzten Jahre, zusammenarbeiten, um neue Abenteuer des Dunklen Ritters zu erschaffen, löste bei den Fans eine wahre Euphorie aus. Um so ernüchternder stellte sich der Start der Serie heraus.
Ernüchternd für jene, die hofften, hier einen Batman zu sehen, den man die letzten Jahre hindurch kannte - den aufrechten Kämpfer gegen das Verbrechen. Oder jene, die hofften eine Serie präsentiert zu bekommen, die man auch Neulingen empfehlen kann. Allerdings haben wir hier Frank Miller als Autor. Miller, der uns 'Das Erste Jahr', 'Die Rückkehr Des Dunklen Ritters' und 'Der Dunkle Ritter schlägt zurück' bescherte. Sein All Star Batman kommt einer jüngeren Variante seines Dark Knight gleich. Ein, zu allem entschlossener, verbitterter Mann, dem nur eins wichtig ist: Gotham City vom Übel zu befreien, egal zu welchem Preis. Dieser Kämpfer hat nur seinen Krieg im Sinn, weshalb die Aufnahme von Dick Grayson in erster Linie für ihn eine Rekrutierung bedeutet, statt ein Akt der Nächstenliebe, wie man es aus der Bat-History kennt. Eine Zeit der Trauer lässt er dem Jungen nicht, stattdessen soll er Wut und Zorn aus dem Verlust seiner Eltern ziehen, damit er für seine anstehenden Ausgaben gewappnet ist.
Ist man mit Millers Dark Knight-Werken nicht vertraut, wird man unter Umständen von diesem Dunklen Ritter leicht geschockt sein. Batman kommt einem als sadistischer Psychopath vor, den man eher auf die Seite der Schurken einsortiert und gerne in Arkham sehen möchte, anstatt sich mit ihm zu identifizieren. Opferbereitschaft ist für ihn ein Mittel zum Zweck, auch wenn es korrupte Cops sind, die hier verletzt oder gar getötet werden, was man gezielt in der Story offen lässt. Zwar wurden die Batman-Comics in den letzten Jahren erwachsener und die Gewalt-Darstellung in den Comics hat ebenfalls zugenommen, doch wird es hier etwas zu krass dargestellt, wodurch dieser Batman einem brutaler als sonst vorkommt. Was die Frage aufwirft, ob man seinen Lieblingshelden überhaupt so sehen will.
Doch vielleicht ist dies alles nur Absicht. Immer wieder wurde betont, diese Serie werde die Ereignisse aus Sicht von Dick Grayson schildern, der in Batmans Welt hineinkatapultiert wird und sich nun zurechtfinden muss. Miller räumt daher den Gedanken des Jungen viel Spielraum ein und lässt dem Leser nicht im Unklaren darüber, wie dieses, noch unter Schock stehende, Kind den Mann mit Maske und Cape sieht. Mühelos erkennt Dick, dass Batman mit verstellter Stimme spricht und scheint hinter die Maske seines Entführers blicken zu können. Ist die übertrieben brutale Darstellung Batmans nur die Sichtweise, wie sie ein Dick Grayson in diesem Augenblick wahrnimmt?
Ohne Zweifel, Jim Lees Zeichnungen gehören zur Oberliga bei den Superheldencomics. Mühelos gelingt ihm der Spagat zwischen Seiten mit vielen Panels und ganzseitigen Zeichnungen. Die Story wird mit seinen Zeichnungen schnell erzählt und lässt keine Pausen zu. Neben einem überarbeiteten Batman, der etwas schlanker gezeichnet ist, als bei 'Hush', wird dem männlichen Leser besonders Vicki Vale ins Auge fallen. Der Begriff Sexbombe fällt im Comic nicht ohne Grund. Auch die restlichen Charaktere sind schön getroffen und lassen einem nicht daran zweifeln, dass Lee sein Handwerk beherrscht. Einzig die Tatsache, dass Batman innerhalb von wenigen Minuten einen Drei-Tage-Bart hat, ist abstrus. Unterstützt durch die Tusche von Scott Williams und Alex Sinclairs Farben wird die drückende Atmosphäre der Story wiedergegeben und man fühlt sich sofort nach Gotham hineinversetzt.
Fazit 'All Star Batman' nimmt man mit gemischten Gefühlen auf. Nach dem ersten Durchlesen dachte ich: "Was ist das für ein Batman." Nach etwas Abstand und einem zweiten Mal mit Erinnerung an seine Dunklen Ritter-Werke hingegen, ergibt diese Story und Batmans Verhalten etwas mehr Sinn und weckt den Suchtfaktor. Die Serie eignet sich daher nicht gerade dazu, um bei Batman neu einzusteigen. Völlige Newbies sind vermutlich immer noch mit 'Hush' besser bedient. Batman-Kenner hingegen dürften mit der All Star-Reihe weniger Probleme haben und hierin quasi ein Prequel zu 'The Dark Knight Returns' sehen, das den Kauf der nächsten Ausgabe rechtfertigt.
Details All Star Batman 1 Enthält: US All Star Batman & Robin, The Boy Wonder #1 und #2 Erscheinungsdatum: 23.02.2006 Text: Frank Miller Zeichnungen: Jim Lee Tusche: Scott Williams Farben: Alex Sinclair aus dem Amerikanischen von Steve Kups Heft; € 5,95 52 Seiten; farbig Panini Comics/DC Comics
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