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Catwoman: Damals in Rom
Jeph Loeb und Tim Sale sind im Comicgeschäft so etwas, wie ein Dreamteam – alles, was sie anpacken, gehört zur gehobenen Art der Comicunterhaltung.
Mit dem vorliegenden Band versucht das Kreativteam Loeb/Sale an die beiden überaus erfolgreichen Vorgänger anzuknüpfen: "The Long Halloween" aus den Jahren 1996/1997 (dt. bei Ehapa "Batman - Das lange Halloween") und "Dark Victory", 1999/2000 (dt. bei Panini "Batman: Dark Victory").
Damals, während des langen Halloweens, galt es einen Mörder zu suchen, der immer an Feiertagen seine Opfer unter den Kriminellen von Gotham City suchte. Dreizehn lange Monate musste man auf die Auflösung warten. Loeb hatte eine Mystery-Detektiv-Geschichte in bester Agatha-Christie-Manier entwickelt, in der es schier unmöglich war, den Täter (oder besser die Täter) selbst zu finden. Aber die Handlung funktionierte und bot Unterhaltung und Spannung der angenehmen Art. Einige lose Enden blieben offen und so lag es nahe, eine Fortsetzung hinterher zu schieben. In "Dark Victory" suchte ein Mörder seine Opfer unter den Gesetzestreuen in Gotham.
In seiner typischen Art bog Loeb sich einige Details zurecht, die nicht so ganz in die bestehende Kontinuität passten und so einer weiteren Erklärung bedurften. Eine der offenen Fragen, die damals blieb, war, wer denn nun der wahre Vater von Catwoman/Selina Kyle wirklich ist. In "Dark Victory" war sie einfach wie vom Erdboden für ein halbes Jahr verschwunden und selbst Batman wusste nicht wohin. Wo sie aber seinerzeit war, das berichtet nun "Catwoman – Damals in Rom"
Catwoman ist auf dem Weg nach Rom und da sie dort einige Rätsel aus ihrer Vergangenheit lösen möchte, hat sie den Fachmann für solche Fälle gleich mit im Gepäck: den Rätselknacker, besser bekannt als Edward Nigma, The Riddler. Aus diversen Einbrüchen beim Römer Carmine Falcone weiß sie, dass er Geheimnisse hat und beginnt zu erahnen, was es sein könnte. Selina möchte Gewissheit und bricht deshalb dahin auf, wo Falcone herkommt - nach Rom.
Und Rom läge nicht in Italien, wenn die beiden nicht sofort Kontakt mit der Mafia bekämen. Catwoman sucht den obersten Mafiaboss der Stadt auf, aber leider überlebt er diese erste Begegnung nicht und schon beginnen die Probleme. Und obwohl sie in Europa sind, scheint Gotham City allgegenwärtig zu sein: Jokergas, Mr. Freezes Eiskanone, Scarecrows Angstgas und Catwoman plagen regelmäßig Alpträume, in denen Batman vorkommt. Die Rollen der Charaktere sind anfangs undurchschaubar, die Auflösungen einleuchtend, aber nicht trivial.
Jeph Loeb lässt sehr viel Humor einfließen, aber ebenso baut er bewegende Momente und unerwartete Wendungen ein. Am Ende scheint es wohl so zu sein, dass Selina ihre wirklichen Eltern gefunden hat: Den ehemaligen obersten Mafiaboss Gotham Citys Carmine Falcone und dessen Frau Luisa, die immer noch in Italien lebt. Loeb entwickelt seine Geschichte sehr gradlinig und versteht es Spannung aufzubauen. Diese Atmosphäre wird meisterhaft von Sale eingefangen und in eine Bildersprache übersetz, wie es nur wenige Comickünstler verstehen. Unverkennbar ist eine gewisse Nähe zu Frank Miller, der anfangs es wohl gar nicht mochte, dass ein anderer Künstler in seinem “Sin City-Revier“ wilderte. Mochte es vielleicht noch am Anfang seiner Karriere nicht ganz von der Hand zu weisen gewesen sein, so tut man nun Tim Sale Unrecht, wenn man ihm dies auch hier unterstellen würde. Der Stil ist einzigartig und die Personen und Charaktere sind brillant in Szene gesetzt.
Und er hat ein paar nette Bilder zu bieten, z. B. die Innenansicht des Petersdoms, in den Catwoman einbricht. Seine Bilder sind stimmungsvoll, kräftig – passend. Mit einem Schuss versteckter Erotik und Selina darf schon mal etwas mehr Haut zeigen.
Details 100% DC: Catwoman – Damals in Rom Enthält: 'Catwoman – When in Rome' #1 bis #6 Erscheinungsdatum: 26.01.2006 Text: Jeph Loeb Zeichnungen: Tim Sale Farben: Dave Stewart Cover von Tim Sale aus dem Amerikanischen von Steve Kups Buch im Softcover 148 Seiten; farbig; € 16,95 Panini/DC Comics
Norbert Elbers
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