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Identity Crisis #1
 Identity Crisis #1 | Dieses Jahr jährt sich zum zwanzigsten Male das Ereignis, das die bisher größte Veränderung des DC Universums bedeutete: CRISIS ON INFINITE EARTHS. Viele Gründe ließen diesen Event damals notwendig werden. Die Verkaufzahlen hatten einen neuen Minusrekord erreicht und die Leser fanden sich in der damaligen DC-Superheldenwelt nicht mehr zurecht. Die Krise war im wahrsten Sinne des Wortes allgegenwärtig. Und damit sollte nun Schluss sein. Diese zwölfteilige Maxiserie aus der Feder von Marv Wolfman räumte mit den unendlich vielen Parallelwelten und Nebenuniversen auf und übrig blieb eine Erde, auf der sich fortan alle Superhelden aus dem Hause DC tummeln sollten. Schluss mit Continuity-Problemen und Aufbruch zu neuen Ufern.
Das Konzept ging auf und fortan konnten ohne den Ballast alter Tage neue und unverbrauchte Geschichten erzählt werden. So gut wie alle Helden erhielten neue Origins – die für Superhelden unverzichtbare Entstehungsgeschichte. Superman wurde in der nun mittlerweile schon legendären sechsteiligen Miniserie "MAN OF STEEL" von John Byrne rebootet und auch Batmans Sidekick – der zweite Robin - wurde generalüberholt: Dennis O’Neil gibt Max Allen Collins das Okay dafür, die Geschichte von Jason Todd/Robin II komplett neu zu schreiben. Kein langweiliges Komplettdouble von Dick Grayson als Zirkusakrobat, der zum Waisen wird, sondern ein kleiner Straßenkrimineller, der das linke Vorderrad vom Batmobil klaut. Nach "YEAR ONE" (US-BATMAN #404 - #407) soll es dann mit der neuen Origin vom neuen Robin in BATMAN #408 im Juni 1987 weitergehen. Obwohl die Krise schon lange vorbei war, erkannten die Autoren erst nach und nach, welch riesiges Potential ihnen nun zur Verfügung stand.
Und dieses Jahr – zwanzig Jahre nach der ersten Krise – soll das DC-Universum wiederum von einer Krise heimgesucht werden. Nachdem man auch bei DC erkennen musste, dass die Ultimatisierung des Marvel-Universums ein kluger strategischer Zug war, war nun Handeln angesagt. Aber das Konzept einfach kopieren wollte man nicht: Einen "Ultimate Superman" oder einen "Ultimate Batman" wird es nicht im Hause DC geben. Die Krise war da. Und so entschloss man sich, zwanzig Jahre nach der ersten "CRISIS" wieder eine Krise herauf zu beschwören!
Den Anfang dieser erneuten Erschütterung machte dann in Amerika die siebenteilige Miniserie: "IDENTITY CRISIS".
Der Krimiautor Brad Meltzer wurde dieses Mal mit der Aufgabe betraut, den Anfang zu machen. Und er ersinnt sich eine psychologisch tiefe und einfühlsame Kriminalgeschichte, in der er der schweren Aufgabe gerecht werden soll, so ziemlich von allen Superhelden – den Big Guns und den Helden aus der zweiten und dritten Reihe – eine Charakterisierung abzuliefern, die nicht nur aus flotten Sprüchen und Muskelwackeln besteht, sondern individuell angelegt ist. Er meistert diese extrem schwierige Aufgabe mit Bravour. Viele kleine Ereignisse und Begegnungen, Rückblenden und Gespräche der verschiedensten Helden aus den unterschiedlichsten Teams werden in einer Intensität und Glaubwürdigkeit dargestellt, die den handelnden Akteuren Leben und Realität verleihen.
Am Anfang nimmt er sich aus der Unzahl von Helden den Elongated Man heraus, der als einer der wenigen eine völlig harmonische und intakte Helden-Ehe führt. Alle Welt weiß, dass er Ralph Dibny ist und seine Frau Sue heißt. Er war Mitglied der JUSTICE LEAGUE OF AMERICA zu Zeiten, als diese noch vom Satelliten aus über die Welt schaute. Er ist bei einem Routine-Einsatz, als plötzlich die Dinge unerwartete Wendungen nehmen. Seine Frau meldet sich über Funk und das Unfassbare scheint eingetroffen zu sein. Er eilt nach Hause, aber zu spät. Seine Frau ist ermordet und mit einem Flammenwerfer bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Auf der Beerdigungsfeier treffen sich unzählige Helden und die Suche nach den/dem Mördern/Mörder kann beginnen.
Sprichwörtlich kann man sehen, wie der Mann aus Gummi scheinbar jede Fassung verliert und im Schmerz zerfließt. Rags Morales Bilder sind wahrlich ergreifend.
Das ist also der Anfang: Ein mysteriöser Mord an einer Angehörigen aus ihren Reihen, der auf die Helden scheinbar völlig unerwartet und unvorbereitet hereinbricht: Wie werden sie sich verhalten, wenn der Fall eintritt, dass Mord die Reihen ihrer Lieben ausdünnt?
Meltzer orchestriert ein Auftreten von unsagbar vielen Charakteren – sowohl aus der Heldenliga, als auch aus den Reihen der Villains. Nebencharakteren wird neues Leben eingehaucht und es entsteht ein Kosmos mit so vielen Facetten, wie man es sehr selten erlebt.
In Amerika erwies sich die siebenteilige Miniserie als finanzieller Erfolg. Die erste Ausgabe war sofort ausverkauft und mittlerweile wird sie zum vierten Male nachgedruckt. Auch Panini erhofft sich von der Serie einen Erfolg: Um die Verkaufszahlen zu pushen erscheint sie mit drei verschiedenen Cover. Die dritte Variante war allerdings nur den Panini-Abonnenten vorbehalten, die dieses Heft kostenlos(!) zugeteilt und zugeschickt bekamen. Glücklich darf sich der schätzen, der eins dieser sehr seltenen Hefte bekam.
"IDENTITY CRISIS" ist nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe neuer Ereignisse, an deren Ende das DC-Universum neu daherkommen wird. Die folgenden Miniserien und Veränderungen nehmen hier ihren Anfang – die Auswirkungen und das Ergebnis sind streng geheim, werden aber in Amerika in 2005 zum Abschluss kommen.
Details: Batman und Superman präsentieren: Identity Crisis #1 Erschienen Oktober 2004 Beinhaltet US Identity Crisis #1 Story: Brad Meltzer Zeichnungen: Rags Morales Tusche: Michael Bair Farben: Alex Sinclair 44 Seiten, farbig, Euro 4,00 aus dem Amerikanischen von Christian Heiß Panini/DC Comics
[Norbert Elbers]
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