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Graphic Novel - Batman:
Death and the Maidens
 Death and the Maidens | Ra’s al Ghul sucht Batman auf, um ihm einen Handel vorzuschlagen. Durch die systematische Zerstörung der Lazarusgruben durch die Wayne Corporation ist der Dämon nun endgültig dem Tode geweiht, sollte Batman ihm nicht die Position eines der letzten möglichen Orte verraten. Im Gegenzug bietet Ra's, der zu den erbittersten Feinden des Dunklen Ritters zählt, ihm ein Elixier an, mit dem er zu den Menschen zurück kehren könnte, die seine Existenz durch ihren Tod begründet haben.
Währenddessen sinnt Nyssa, eine weitere Tochter Ra’s al Ghuls, auf Rache an ihrem Vater, der sie in der Vergangenheit im Stich gelassen hat. Während Batman sich auf den gefährlichen Handel einlässt und auf seine toten Eltern trifft, schmiedet sie ihren Plan, der auch Talia und Superman einbezieht.
Meinung "Death and the Maidens" verspricht vollmundig nichts anderes als den endgültigen Tod von Ra’s al Ghul und damit eine grundlegende Veränderung in der Kontinuität. Und ausnahmsweise hält die Geschichte auch einmal, was sie verspricht, jedenfalls in einem Punkt.
Im Paris des Jahr 1923 steigt die Geschichte ein, und hier erinnert der Zeichenstil von Klaus Janson gleich an die "League of Extraordinary Gentleman" von Alan Moore. Es ist dieser Stil mit vielen Strichen und blassen Farben, der "Death and the Maidens" eine unvergleichliche Atmosphäre gibt und die Geschichte vor allem gegen Ende über die Runden rettet. Hier lernen wir Nyssa kennen, die eine Tochter von Ra’s al Ghul ist und nach dessen Leben trachtet, da er sie in der Vergangenheit immer wieder im Stich ließ, selbst, als sie im Dritten Reich der Willkür der sadistischen Nazi-Ärzte ausgesetzt ist und ihre Kinder ermordet werden.
Nyssa ist schon das erste Problem der Geschichte. Sie wird zwar vom Autorenteam hervorragend beschrieben und zeichnet sich nicht zuletzt durch das durchlebte Leiden und die Kaltblütigkeit aus, mit der sie auf makabre Art Talias Willen bricht, doch am Ende reicht es doch nicht, um es mit Ra’s al Ghul auf- und sogar seinen Platz einzunehmen. Schade, dass sie nun anderen Autoren überlassen wird und nicht über einen längeren Zyklus aufgebaut wurde.
Über Bruce Vater wurde bisher viel geschrieben, aber kaum über seine Mutter, so dass es sehr erfrischend ist, dass Rucka sich nun hauptsächlich mit ihr befasst. Bruce wird von seinen Eltern schwer beschuldigt, durch die Annahme der Existenz als Batman seinen Schmerz niemals überwunden und so all seine Talente, das Vermächtnis, das seine Eltern ihm hinterlassen haben, verschwendet zu haben. Doch gleichzeitig verraten Batmans Gedanken ganz am Anfang, dass er selbst den Verlust, den er erlitten hat, nicht mehr spürt. Ist das, was er nun erlebt, also doch nur einen Illusion, eine Projektion seiner eigenen Ängste?
Von den Autoren erfährt man es leider nicht, da diese nach Beendigung der Vision das Thema völlig fallen lassen, es hat keine Konsequenzen mehr für die weitere Geschichte. Schade, denn eben hier wäre der Punkt gewesen, sich die Frage zu stellen, was mit einem Batman geschieht, dessen einzige Motivation nicht mehr der Schmerz ist, der sich aufmachen muss, um nach neuen Gründen für sein Handeln zu suchen. So werden plötzlich versöhnliche Töne angeschlagen, und alles ist wieder im Reinen.
Am Ende haben Nyssa und Ra’s ihr Spiel, in dem sie sowohl Batman als auch Talia benutzt haben, ausgespielt und treten gegeneinander an, um zu entscheiden, wer der Kopf des Dämonen sein wird.
Natürlich darf auch in diesen Geschichte ein kurzer Auftritt von Superman nicht fehlen, der mittlerweile aus fast keiner Batman- Story mehr wegzudenken wird. Schade, wenn der Stählerne so verschwendet wird wie hier, wo er auch hätte fern bleiben können.
Während der ganzen Lektüre von "Death and the Maidens" wird man das Gefühl nicht los, dass die Autoren selber nicht wissen, wohin sie eigentlich wollen. Handwerklich gibt es keine Mängel, doch es passieren einige Dinge zu schnell und werden ebenso schnell dann wieder fallen gelassen. So ist auch der Tod von Ra’s al Ghul viel zu rasch abgehandelt, auch wenn hier zu loben ist, dass die Autoren dafür sorgen, das das Ableben dieses Mal wirklich endgültig bleibt: Am Ende verbrennt Batman den Körper seines Feindes, eine Szene, bei der man unwillkürlich an die Szene am Ende von "Die Rückkehr der Jedi- Ritter" denken muss. Nur kommt es hier nicht zu einem Frieden im Tode zwischen den beiden Gegenspielern, es gibt keine letzten Worte.
Natürlich ist "Death and the Maidens" eine lesenswerte und allein ob der Ereignisse obligate Lektüre, doch ich persönlich werde einen schalen Beigeschmack nicht los. Ich hätte mir das Ende eines der größten Feinde des Dunklen Ritters epischer gewünscht. Aber wie immer: wer weiß schon, ob sich Ra’s nicht doch noch einmal aus der Asche erhebt, selbst Batman hat Zweifel an der Endgültigkeit des Todes seines Erzfeindes.
Details: Batman: Death and the Maidens beinhaltet "Death and the Maidens #1-9" Story: Greg Rucka Zeichnungen und Cover: Klaus Janson Softcover, 224 Seiten, $19,95 US DC Comics
[Autor: Christian Pardonner]
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