|
DC Premium #37:
Man nannte sie die Justice League
 Man nannte sie die Justice League | Sie ist zurück: Die Bwah-Ha-Haaa-Liga, die Gerechtigkeits-Liga aus den klassischen 80-er Jahren! Wem die augenblicklichen Comics mitunter zu düster sind und in Comics die nötige Portion Humor vermisst, der kann mit einem Griff zu "Man nannte sie die Justice League" aus der Serie DC Premium nichts falsch machen.
Hier lässt das Autoren-/Zeichner-Team Keith Giffen, J.M. DeMatteis, Kevin Maguire, Joe Rubinstein die Helden der Justice League International (die ihren ersten Auftritt in LEGENDS #6, April 1987 hatte und dann ab Mai 1987 in die monatliche Serie überging) noch einmal antreten. Maxwell Lord - der nimmermüde und geldgeile Geschäftsmann - hat eine Idee: Er möchte das alte Team noch einmal vereinen und als Team ("SUPERBUDDIES") für Spezialaufträge anbieten: Man kann sie ganz einfach mieten.
Von dem alten Team sind dabei: Booster Gold, Blue Beetle, Elastoman (hier hat der Übersetzer Christian Heiss sehr schön den, den deutschen Lesern sehr bekannten Namen von Elongated Man aus alten Ehapa-Zeiten gewählt) mit seiner Frau Sue Dibny, Fire, Captain Atom und diesmal anstatt von Captain Marvel nun Mary Marvel.
Was wie eine geniale Idee wirkt, funktioniert aber leider nicht so ganz, wie es sich Maxwell Lord erhofft hatte. Alles geht schief und die Helden schliddern mal unabsichtlich mal tollpatschig von einer Katastrophe in die nächste. Zuerst werden sie für Gladiatorenkämpfe von Roulette entführt und die arme Mary Marvel nimmt diesen Kampf, da ihre freie Entscheidungskraft außer Kraft gesetzt ist, nur allzu ernst. Sie bringt Captain Atom nahe an eine Kernschmelze und nun haben die Freunde noch ein weiteres Problem.
Und zu allem Übel erscheint auch noch Manga Khan – er möchte von Maxwell Lord unbedingt L-Ron, jenen hochentwickelten, kybernetischen Mechanismus – Verzeihung: jene hochentwickelte, kybernetische Lebensform - haben und bringt zum Tausch G’nort mit. Und als die Situation völlig außer Kontrolle zu geraten droht, greift schließlich die aktuelle JLA ein, von der zwei Mitglieder ebenfalls auch schon Mitglied in dieser alten Liga waren: Batman und der Martian Manhunter.
Meinung Die Dialoge sind spritzig witzig und man kann über viele Szenen herzhaft lachen. (Martian Manhunter: "Ich habe Null Vertrauen in sie." - Batman: "Oh, wer wird denn da zweifeln..." - MM: "Du genießt das, oder nicht?" - B: "Ich bin Batman. Ich genieße nichts.")
Keith Giffen, J.M. DeMatteis nehmen sich selbst auch nicht ganz ernst und präsentieren ein Feuerwerk an Situationskomik, wie man es sehr selten in Superheldencomics findet.
Kevin Maguire liefert Bilder, die sehr realistisch sind, man erkennt mitunter förmlich wie in einem Film, der abläuft, wie die Gesichtszüge einzelner Charaktere sich je nach Stimmung von Panel zu Panel verändern.
Wer den Charme der ersten Originalhefte noch einmal schnuppern möchte, der kann sich ebenfalls noch die ersten Geschichten der klassischen Serie zulegen: JUSTICE LEAGUE – EIN NEUER ANFANG (ebenfalls Panini). Hier werden die ersten sechs Hefte der ursprünglichen Serie nachgedruckt.
Details DC Premium 37 - Man nannte sie die Justice League Enthält: Formerly Known As The Justice League (US, 2003) Text: Keith Giffen, J.M. DeMatteis Zeichnungen: Kevin Maguire Tusche: Joe Rubinstein Farben: Lee Loughridge aus dem Amerikanischen von Christian Heiß Buch im Hardcover oder Softcover 148 Seiten; farbig; € 22,00 HC/17,00 SC; Panini/DC Comics
[Norbert Elbers]
|