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DC Premium #36:
Batman: Hong Kong
 Batman: Hong Kong | Es war wieder einer dieser Tage, wo ich in meinem Comicshop rumstiefelte und mich fragte, was man auf dieser Welt für 15,50 Euro wohl kaufen könnte, das einen gut unterhält. Bevor ich jedoch einen Bondage-Manga aus der Wühlkiste greifen konnte, empfahl mir mein Comic Dealer den neusten Batman Premium Band, den er auf Lager hatte. "Bietet der mir auch Bondage?" "Nein, nicht wirklich! Aber immerhin Manga Style!" Also Geld auf die Theke geknallt und ab damit nach Hause, auch wenn ich irgendwie das Gefühl hatte, ich würde es bereuen. Ich meine, bereuen den Band gekauft zu haben, und nicht, nach Hause zu gehen!
Das erste Bild, das ich sah, ließ aber doch etwas Freude in mir aufkommen, da war tatsächlich jemand gefesselt! Jedoch erwartete den Unglücklichen kein heißes Liebespiel, sondern der Biss einer giftigen Schlange. Zeuge dieser Szene wird ein Hacker, der sich versehentlich in dieses Live-Web-Video eingeklinkt hatte. Bei der Polizei, sprich unserem Lieblingscommissioner James Gordon, hat der Zeuge leider keinen Erfolg, da man a) nicht weiß, wo sich das Ganze abspielte und b) somit auch keine Leiche zur Verfügung steht.
Doch Gordon hat Glück! Ein Penner meldet die Sache und sofort wird der Dunkle Ritter alarmiert, bevor die Spurensicherung aufkreuzt. Während dessen bekommt der freundliche Hacker von nebenan Besuch von dem vermutlichen Regisseur dieses Werkes, der offenbar nicht gut auf ihn zu sprechen ist; immerhin war der Voyeur nicht eingeladen. Batman beschließt am nächsten Abend, den Zeugen persönlich aufzusuchen und findet dessen Wohnung leer vor. Doch ein Blick auf den Monitor seines PC´s erklärt dessen Verbleib. Nun ist der Hacker persönlich Star der Schlangenshow und Batman, Detektiv, der er nun mal ist, weiß auch, wo sich der Drehort befindet. Zu seinem Pech und besonders zum Pech des Hackers schafft es der Dunkle Ritter nicht rechtzeitig zum Tatort (ist eben auch nur ein Mensch, deswegen lieben wir ihn ja so sehr) und kann nur noch seinen Tod feststellen.
Zwei Wochen später besucht in Hong Kong ein gewisser Benny mit seiner Freundin Angela seinen Kumpel Johnny (jaja, diese komplizierten chinesischen Namen!) Doch auch der hatte ein kleines Rendezvous mit einer giftigen Schlange und so wird nichts aus dem netten Abend. Bei der Polizei kommt Benny nicht weiter (überall dasselbe) und so beschließt er, den Gangster Tigerauge zu besuchen, für den er mit Johnny damals arbeitete. Benny vermutet, dass dieser sich wohl für den Verrat rächen wollte und deswegen der arme Johnny nun das Zeitliche segen musste.
Tigerauge scheint nicht wirklich erschüttert, aber gibt Benny die Chance, wieder bei ihm einzusteigen. Nicht gerade das, was sich Benny für den Abend erhoffte, also redet er mit seiner Mutter über die Sache (wenn niemand sonst zuhört, Mama ist die Beste!). Sie hält die Sache für sehr riskant, auf eigene Faust nach Johnnies Mörder zu suchen, noch dazu wo Benny ihr einziges Kind ist, aber der hat es sich nun mal in den Kopf gesetzt. Er kehrt zu Angela zurück und gibt auch ihr zu verstehen, dass er sich um die Sache zu kümmern werde.
Da man in Gotham nun auch von diesem Fall erfahren hat, arrangiert Gordon ein Treffen zwischen Batman und dem Polizeichef Chow Yee. Dafür muss der Dunkle Ritter aber nach Hong Kong reisen.
Dort angekommen gibt ihm Yee zu verstehen, dass er seine Hilfe gerne annimmt, aber sollte sich Batman gegen die Gesetze stellen, wird er nicht, wie bei Gordon, einen Sonderstatus genießen. Von Benny beobachtet macht sich Batman auf und beginnt seine Suche nach den Triaden, die schon öfters in Verdacht standen, mit gefilmten Morden Geld zu verdienen. In einer Disco macht unsere Fledermaus mit schwingenden Fäusten erstmal ordentlich Dampf unter den Besitzern, um etwas über die Triaden zu erfahren. Dass er dabei fast den ganzen Laden auseinander nimmt und schon die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zieht, ist wohl ein kleiner Preis für den Tipp, den er erhält. "Notwehr!" ist die Antwort des Vigilanten und Yee gibt sich damit zufrieden. (Soviel zu dem nicht vorhandenen Sonderstatus!)
Batman besucht Tigerauge, aber auch hier kommt er nicht wirklich weiter. Zwar ist dieser ein Gangsterboss, aber mit gefilmten Morden will er nichts zu tun haben, das ist doch pervers! Immer noch hat Batman Benny im Genick, der ziemlich beeindruckt von der Arbeitsweise der Fledermaus ist. Sogar so sehr, dass er diesem helfen möchte in der Gestalt des... tamdadada... Nightdragons!!! (Wohaaa, Power Ranger Fans werden nun ihre Freude haben... ich bin keiner!) Bei einer Geiselnahme in einem Lagerhaus kommt er Batman und der Polizei zur Hilfe und verteilt ordentlich Bambule! Nach diesem Action-Feuerwerk taucht plötzlich Tigerauge auf und gibt Yee zu verstehen, dass er damit nichts am Hut hat (Wie unverdächtig! Kommt demnächst auch alle zu einem Tatort und sagt den Ermittlern unaufgefordert: "Ich wars nicht!" Ob Ihr damit aus dem Schneider seid?).
So ganz nebenbei erfährt Batman von Nightdragon, dass der Gangster und der Polizeichef Brüder sind. Und nicht nur das! Beide hatten auch einen Halbbruder, der jedoch bei einem Unfall in einem Lagerhaus ums Leben kam. Yee verdächtigte damals Tigerauge, konnte es jedoch nicht beweisen. Dieser tote Halbbruder war... der Butler! - nein, nein, Bennys Vater! Nightdragon übergibt Batman ein Handy, mit dem sie in Verbindung bleiben können. Werden beide den wahren Mörder finden? War es doch Tigerauge? Werden die beiden Brüder auf ewig verhasst bleiben? Und warum unterbreche ich Reviews so oft in der Mitte? Kaufen, selber lesen und sich das Ganze auch selbst beantworten.
Meinung Was mir auffällt in diesem Band, ist die ungeheure Ladung an Action-Szenen, die einen fast überrennen. Batman darf hier nicht nur Detektiv spielen sondern ordentlich nach 'Bud Spencer'-Manier austeilen. Was ich schon lange nicht mehr gesehen habe, ist die Darstellung der Schläge, jeder Treffer wird wie in besten Asterix-Zeiten in wahren Explosionen gezeigt. Farblich präsentiert sich das in den kräftigsten und buntesten Farbtönen, das Auge wird hier auf jeden Fall verwöhnt, zumal die Panels oft vom scharfen kräftigen Strich in verwaschene, fast ölfarbene Bildern wechseln. Hut ab, Tony Wong hat mich mit seinem Stil beeindruckt! Nach 'Child of Dream' also nun der zweite Ausflug ins Manga-Gefilde und das steht Batman gar nicht so schlecht.
Die Story jedoch will mich nicht wirklich vom Hocker reißen. Vielleicht, weil die Geschichte nicht wirklich perfekt durchdacht ist oder aber, weil mich die Figur des Nightdragons eher belustigt als beeindruckt. Ich kann jedenfalls mit ihm nicht viel anfangen. Auch die Auflösung am Ende der Geschichte, die ich hier aber nicht breittreten möchte, ist nicht gerade der 'Wahre Jakob'.
Aber egal, wer was fürs Auge will anstatt fürs Hirn, der hat seine 15,50 Euro schon ganz gut angelegt. Optisch hat man hier einen hübschen Leckerbissen in den Händen und auch, wenn ich ohne den Bondage-Manga nach Hause gekommen bin, gut unterhalten wurde ich auch hiermit!
Details: DC Premium 36 – Hong Kong Erscheinungsdatum: 24.03.2005 Beinhaltet: US Batman: Hong Kong Story: Doug Moench Zeichnungen: Tony Wong 132 Seiten; farbig; Euro 15,50 Softcover; Euro 20,50 Hardcover Übersetzer: Christian Heiss Panini Comics
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