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26.01.2009
Vorschau:
Grant Morrison tötet Batman
Wizard bekommt das erste Interview mit dem Texter von FINAL CRISIS, um mit ihm über den Capted Crusader und die schockierende Auflösung der 6. Ausgabe von DCs großem Ereignis zu sprechen. Kevin Mahadeo sprach mit Grant Morrision über die bevorstehenden Ereignisse im DC Universum. SPOILER WARNUNG: Lest dieses Interview nicht, wenn ihr den Ausgang von FINAL CRISIS 6 nicht erfahren wollt. Ihr wurdet gewarnt.
Der Dunkle Ritter ist tot. Bei einer Konfrontation mit der lebenden Verkörperung des bösen Darkseid, bricht Batman auf den letzten Seiten der FINAL CRISIS 6 seinen Schwur niemals zu töten und feuert eine god bullet in das Herz das dunklen Gottes, bevor er am Kopf und auf der Brust von Darkseid’s omega sanction - Zwillingsstrahlen aus purer, zerstörerischer Energie - getroffen wird. Die letzte Seite dieser Ausgabe zeigt einen ernsthaften Superman der die leblose, verschmorte Hülle seines Freundes auf Händen trägt. Wizard setzt sich mit dem Schreiber / Texter Grant Morrison in Verbindung, um mit ihm darüber zu reden wir das letzte Kapitel über einen der größten und beliebtesten Comic Helden schrieb. WIZARD: Also, Grant. Bruce Wayne? Was ist da wirklich los?
MORRISON: Yeah. Er sieht ziemlich mitgenommen aus, auf der letzten Seite. [lacht] Wie fühlt man sich, wenn man als der „Mann der Batman getötet hat“ in die Geschichte eingeht?
MORRISON: Es ist großartig! Endlich! Ich fühle mich wie John Wilkes Booth. Es ist fantastisch. [lacht] Wir werden Bilder von Dir sehen, wie Du mit erhobenen Daumen über Batmans Leiche stehst.
MORRISON: Yeah. Ich bin derjenige, der gerade auf Batmans Grab sitzt. Nein, ich persönlich werde noch einmal zu dieser Geschichte zurück kommen. Ich weiß nicht, wie man sich genau an mich erinnern wird. Ich würde gerne glauben, das man sich an mich wegen späterer Kapitel erinnern wird. Das ist offensichtlich etwas, das Du schon seit einer Weile geplant hast.
MORRISON: Yeah. Das ist eines der Dinge die wir bereits geplant hatten, als wir uns zum ersten Mal zusammensetzten, um die Idee der FINAL CRISIS zu diskutieren. Ich glaube, es war im Jahr 2006, als wir damit zum ersten Mal angefangen haben. Dan Didio und ich verwoben es mit dem was später BATMAN R.I.P. werden sollte und versuchten die Handlungen daraufhin arbeiten zu lassen, versuchten alles in fluss zu bringen. Dies ist der Tod einer Ikone die seit gut 70 Jahren existiert. Hattest Du selbst diese Idee? Ist Dan damit auf Dich zugekommen? Wie ist das alles geschehen?
MORRISON: In einer gewissen Art ist Dan auf mich zugekommen um etwas in dieser Art zu machen, als er zum ersten Mal den Titel BATMAN R.I.P. hörte, etwas das für mich die psychologische Dekonstruktion Batmans sein sollte. Dan sah eine Möglichkeit die beiden Dinge mit einander zu verweben. Und ich lege Wert darauf, das die Leser es nicht als einen Tod ansehen. Dies ist ein Teil der Geschichte. Es wird noch viel mehr cooler sch**** auf euch zukommen. Es wäre zu einfach, dieses als ein Ende anzusehen. Also haben wir vielleicht nicht zum letzten Mal Bruce Wayne gesehen?
MORRISON: Nicht unbedingt, aber es werden noch ein paar Drehungen und Wendungen kommen. Wie hat es sich angefühlt, die Geschichte zu schreiben die zur finalen Konfrontation zwischen Batman und Darkseid führt?
MORRISON: Es hat Spaß gemacht. Offensichtlich habe ich bereits darauf hin gearbeitet. Ich wusste das es passieren wird. Ich hatte wirklich viel Spaß [eine gute Zeit]. [lacht]
 Du hattest also Spaß mit dem Gedanken "Ich werde Batman töten"?
MORRISON: Yeah. FINAL CRISIS ist voller grosser, finaler Momente. Ich habe versucht eine Art Jack Kirby Apokalypse zu schreiben - etwas zu schreiben, das voller großer, finaler Momente ist und das den letzten Nagel für den Sarg des DC Universum darstellen wird - und das hat Spaß gemacht. Es war genau das, was ich mit der Serie machen wollte. Die Verbindung ist recht offensichtlich, wenn Batman seine eine Regel bricht, niemals zu töten und dann die Waffe zieht und daher schlussendlich stirbt.
MORRISON: Yeah. Ein Teil der FINAL CRISIS besteht auch daraus, dass man sich mit den Göttern und den Jack Kirby Charakteren auseinandersetzt. Es ist innerhalb dieser Skala. Es geht nicht um Realismus. Es geht nicht um Politik und um die Sachen die auf der Strasse geschehen. In der Geschichte geht es darum was passiert, wenn Götter beginnen sich in das Leben einzumischen und das Leben mystisch wird. Für mich liegt die Wurzel des Batman Mythos in der Waffe und der Kugel die Batman erschaffen hat. Daher steht Batman selbst dort, um den mystischen Kreis zu schließen und um das Bild zu erschaffen, dass Batman der Personifizierung des Bösen gegenübersteht - und nun hat er die Waffe und er hat die Kugel. Für mich schien es so zu funktionieren. Ich denke bei diesen Sachen, als ob ich an Musik denken würde - und ob es [das Stück] gut klingt. Die Dinge die in FINAL CRISIS geschehen sind, haben eine andere Stimmung, da es um einen Gott geht. Es geht um menschliche Wesen, die in eine Welt voller mystischer Ereignisse gezogen werden und die Archetypen für Mythen, die hier viel deutlicher werden. Daher werden die großen und wichtigen Ereignisse, welche die Charaktere definieren viel offensichtlicher, je mehr wir uns dem Ende nähern. Batman’s letztes Wort ist „Gotcha“. Was kannst Du uns darüber sagen? Warum ist dies sein letztes Wort?
MORRISON: [lacht] Weil er alles Böse „erledigt“ hat. Was war Batman’s Mission über die ganze Zeit hinweg, seit der ersten Waffe - der ersten Kugel - die ihn erschaffen hat? Endlich bekommt er den Gott des Bösen in seine Sichtweite und er erschießt ihn. Ich denke, dass Batman einen großen Sinn für Humor hat und das er es besser weiß, als Darkseid. Es ist fast so, als würde er uns zuzwinkern. Glaubst Du, dass es eine Zukunft für Batman gibt, [auch] nach Bruce Wayne?
Morrison: Ganz offensichtlich, wir werden davon auch etwas sehen. [lacht] Ich will zuviel darüber sagen, was nach diesem Ereignis noch geschehen wird, aber es ist ziemlich klar, das dies der Startpunkt für weitere Dinge ist, die innerhalb der Batman story geschehen werden. Wie ich schon vorher gesagt habe, dies ist nicht das Ende der Geschichte. Es ist nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte, und ich will das sich die essentielle Frage stellen: „Was geschieht als nächstes?“. Wie Du schon sagtest, die Geschichte wird sich zu einem „Was passiert als nächstes“ entwickeln. Wird [DC] noch einige Geschichten auf BATTLE FOR THE COWL und WHATEVER HAPPENED TO THE CAPED CRUSADER folgen lassen? Wann kommst Du zurück auf das Thema Batman?
MORRISON: Der Plan lautet momentan, das ich irgendwann im Sommer dazu zurück komme. Wir haben große Pläne. Die Geschichte ist auf keinen Fall vorbei. Wie lange planst Du bei Batman mitzuarbeiten? Ist es einfach nur der Charakter den Du liebst und willst Du deshalb so lange wie möglich der Serie treu bleiben?
MORRISON: Yeah. Die Geschichte entwickelte sich einfach weiter und somit wurde ich dann auch mit den anderen Charakteren verwickelt. Bruce Wayne, an den Typen habe ich mich gewöhnt und ihn lieben gelernt. Das was ihm heute passiert ist, hat viele Herzen gebrochen, auch mein Herz. Ich haben mich wirklich, wirklich in dieses Buch vergraben. Ich hatte nicht gedacht, als ich damit angefangen habe, das es mir so viel bedeuten würde. Daher werde ich einfach so lange weitermachen, bis sich die Storylines wieder zusammenfinden. Wenn man sich alle Hefte und Serien ansieht die Du für Batman geschrieben hast, von den Anfängen an, bis zu seinem Tod in FINAL CRISIS hast Du viele Elemente seiner Vergangenheit genommen und die gesamte Evolution des Charakters dargestellt. Du hast auch davon gesprochen einen Kreis zu schlagen. Ist dies [für Dich] die Komplettierung der Geschichte von Bruce Wayne? MORRISON: Deshalb haben wir innerhalb von LAST RITES einen kompletten Rückblick [Batman #682 und #683] eingebracht - und haben ihn zurück zu der Nacht mit der Waffe und der Kugel gebracht. Es war ein großer Abschluss, in meinen Augen, aber vorher wollten wir ihn noch einmal die gesamte Geschichte durchleben lassen, wie ein sterbender Mann der sein gesamtes Leben noch einmal vor seinen Augen ablaufen sieht. Innerhalb der LAST RITES Ausgabe hast Du Dich der Thematik zugewendet, was es bedeutet Batman zu sein und warum Bruce Wayne der einzige [Mensch] ist, der Batman sein kann - auf Grund der Dinge die ihm zugestoßen sind. Glaubst Du, das irgendjemand den Umhang übernehmen kann? MORRISON: Das bleibt offensichtlich abzuwarten. Das wird ein Teil der Geschichte und ihrer Wirkung sein. Wir haben gesehen wozu Bruce Wayne fähig ist und ich wollte sichergehen, dass jeder weiß wozu Bruce fähig ist und wozu er fähig sein würde. Er ist ein brillanter Charakter und vielleicht kann niemand anders Batman sein. Es könnte vielleicht nicht funktionieren. Aber das wird sich innerhalb der Geschichte entfalten. Die letzte Ausgabe der FINAL CRISIS wird demnächst erscheinen. Was kannst Du uns über das große Finale verraten? MORRISON: Das Finale ist ziemlich wahnsinnig. Parallele Universen. Es ist das Ende des Universums. Alles bricht zusammen. Ich wollte etwas tun, das auf einer Kausalität beruht. Ich glaube nicht, das einer von uns so etwas schon einmal gesehen hat. Es wird auf einer Punkt der wirklichen, nihilistischen Hoffnungslosigkeit hinauslaufen. Ich bin so zufrieden damit. Doug Mahnke’s Arbeit ist überwältigend. Oh mein Gott, sie ist überwältigend. Wie gesagt, es ist ein Jack Kirby Ding und es ist groß. Die ganze Idee ist, ein kosmisches Comic zu machen und so etwas hat seit den 70ern niemand mehr gemacht. Daher ist die Gelegenheit mit Doug zu arbeiten wie die Art von Fantasy Art, die ich in den 70ern so gemocht habe. Es ist einfach eine unglaubliche, verwobene und wunderschöne Arbeit. Meiner Meinung nach gab es eine Menge Comics die sich mit Themen wie [dem Leben auf] den Strassen, über Realismus und der Bush Regierung beschäftigt und auseinandergesetzt haben. Wir wollten der Pop-Kultur folgen, die momentan in eine eher psychedelische Richtung entwickelt, um es einmal so zu nennen. Ich glaube, das die Dinge wieder ein bisschen verrückter werden und das die Menschen die Dinge wieder ein bisschen mehr genießen werden - sowohl das Fantastische, als auch den Wunsch das Vorstellungsvermögen zu beanspruchen. Ich glaube das es genau das ist, was wir gerade versuchen. FINAL CRISIS #7 ist fast die Erfindung eines neuen Stils. Wir hatten Widescreen Comics, decompression und super-compression. Es ist so, als würde man zwischen Comic Kanälen hin und her zappen. Bei jedem Comic und jeder Serie an der Du mitwirkst, fragst Du immer wieder: was bedeutet der Charakter und wohin kann er [noch] entwickelt werden. Ist es das, was Du in der FINAL CRISIS tun willst? Wohin die comics sich [noch] entwickeln können? MORRISON: Yeah. Ganz besonders die Superhelden Comics. Wenn Du Dir einmal IRON MAN und THE DARK KNIGHT angesehen hast, warum soll man sich dann noch mit realistischen Superhelden befassen? Die Filme können das viel besser als irgendjemand [in diesem Genre]. Ich habe das Gefühl, das es dafür sorgen wird, das die Comics ein bisschen freier und ein bisschen wilder werden können. Wir haben grossartige Künstler die sich mit ihren Stiften hinsetzen [können] und alles zeichnen können. Sie sind in ihrem Budget nicht begrenzt. Wie sollten den Erzählstilen und -techniken von Hollywood nicht folgen, da sie [die Studios] das wirklich gut können. Comics können alle möglichen anderen Dinge machen. Sie können wirklich verrückt und wild sein und sie können die Vorstellungskraft weit dehnen und wirklich fortschrittlich sein. Was wirst Du als nächstes tun? Du sagtest, Du würdest zu Batman zurück kommen, aber werden wir Dich auch anderswo im DCU sehen?
MORRISON: Ich werde wahrscheinlich am Ende des Jahres mit ein paar Superhelden Sachen zurück kommen. Ich habe noch ein paar Ideen für andere Sachen und ich würde gerne die Multiversen und die Ideen die mit ihnen entstanden sind ein wenig erforschen. Es gibt da schon ein paar [Multiversen] die anfangen sich zu wirklich interessanten Konzepten aufzubauen.
[Übersetzung: Lady Lovecraft]
Quelle: Wizard Universe
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