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Birds of Prey Special #01
 Birds of Prey Special #01 | Private Hölle
Orakel und Black Canary bilden ein Team, um die Terroristen zu schnappen, die Nick Devines Entwicklungsprojekte in Dritte Welt-Ländern sabotieren. Dinah gelingt es, als Devines Bodyguard engagiert zu werden und begleitet ihn zu einem seiner neuesten Projekte. Ebenfalls dabei ist Lynx, Anführerin der chinesischen Mafia in Gotham, die Devines Leibwache ist. Dinah findet heraus, dass Lynx ein doppeltes Spiel treibt und hinter den Anschlägen steckt. Als wieder ein Projekt sabotiert wird und unschuldige Menschen sterben, versucht Black Canary im Alleingang das Problem zu lösen
Revolution
Die Birds sind einem Sklavenhändler-Ring auf der Spur. Alle Hinweise führen nach Santa Prisca. Dort angekommen, gerät Dinah direkt zwischen die Fronten eines Staatsputsches, den amerikanische Söldner durchziehen wollen.
Meinung Erschienen zwischen den ersten beiden Ausgaben der deutschen Comic-Serie, zeigt das Special zwei Abenteuer aus den Anfangszeiten des Teams. Eins vorweg: Wer hofft, im Heft auch Catwoman und Huntress zu sehen, wird enttäuscht. Das Cover stammt vom amerikanischen Tradepaperbak 'Birds of Prey' von 1997, der neben diesen beiden Geschichten auch noch 'US-Showcase 96.3' und 'US-Birds of Prey: Manhunt #1-4' mit Catwoman und Huntress hatte, die nicht im Special enthalten sind. Auch der Joker, der auf der zweiten Seite bei den Hauptcharakteren aufgeführt ist, erscheint nur in einer kurzen Rückblende von Barbara.
Doch nun zu den Storys und den Figuren, die mitspielen. In "Private Hölle" lernen wir Dinah Lance alias Black Canary kennen, als sie noch nicht festes Mitglied der Birds of Prey war. Dinahs Situation als Superheld, der eigentlich Pleite ist und seine Rechnungen nicht bezahlen kann, wird von Chuck Dixon nur kurz angeschnitten, dafür aber prägnant beschrieben. Auch wenn für Black Canary der Auftrag von Orakel anfangs nur als Gelegenheitsjob angesehen wird, kommt er doch im richtigen Augenblick und bietet so die Rettung vor dem Ruin.
Noch ist wenig von der engen, fast schwesterlichen Freundschaft, wie sie in der aktuellen Serie zu sehen ist, vorhanden. Beide verstehen sich gut miteinander, doch kommt es auch zu Streiterein, Meinungsverschiedenheit, ja sogar Dienstverweigerung, wenn Dinah nicht den Anweisungen Barbaras folgt. Dass beide für einander da sind und sich Mut zusprechen, wird deutlich, als Dinah von Lynx ziemlich in die Mangel genommen wird und nicht mehr aufstehen kann. In dieser Situation baut Orakel sie wieder auf und erinnert daran, wie sie selbst in einer ähnlichen Situation nach der Attacke des Jokers war. Wie auch die aktuelle Black Canary lässt sich ihr jüngeres Ich ebenso leicht von ihren Gefühlen leiten und bringt sich und teilweise auch den Auftrag in Schwierigkeiten, aus denen ihre Partnerin sie herausboxen muss. Auch in der zweiten Geschichte werden wir Zeuge davon, dass sich Dinah nicht immer an die Anweisungen Orakels hält und sogar die Konsequenzen in Form einer Kündigung zu spüren bekommt.
Die Gegner der beiden Geschichten sind keine großen Namen im DCU. Sowohl Nick Devine als auch der Diktator El Jeffe del Mundo von Santa Prisca sind eher unbekannte Gesichter, was allerdings nicht weiter stört. Die Geschichten sind unterhaltsam und enthalten eine immer noch aktuelle Thematik: In beiden Fällen geht es darum, Profit zu erzielen, mit welchen Mitteln auch immer dies erreicht wird. Bei Devine ist es durch Sabotage seiner finanzierten Wohltätigkeitsprojekte, ohne Rücksicht auf die Opfer und Verluste, die dabei entstehen. Bei El Mundo wird ein Staatsstreich von einem Getränkekonzern finanziert, um im Land die Colapflanzen zu nutzen, ganz zu Schweigen von dem Sklavenhandel, den der Diktator betreibt. Vielleicht ein wenig an den Haaren herbeigezogene Geschichten, die sich Chuck Dixon ausdachte, aber dennoch vorstellbar und in abgeschwächter bzw. abgewandelter Form in den Medien ab und zu vertreten.
Gezeichnet wurden die Storys von Gary Frank und Stefano Raffaele. Beide Künstler verpassen den Birds genügend Sexappeal und Selbstvertrauen, um die Abenteuer zu bestehen. Die Zeichnungen können durchaus mit dem Stil eines Michael Turner oder Ed Benes mithalten und gewinnen durch die eher nüchterne Kolorierung an Wert.
Bis auf einen kleinen Ausrutscher, als Dinah Orakel plötzlich Barbara nennt und danach wieder Orakel, ist die Übersetzung von Alexander Rösch gut gelungen.
Insgesamt bietet das Special zwei unterhaltsame Abenteuer mit starken weiblichen Helden und jeder Menge Action. Gerade für diejenigen, die sich näher mit den Anfängen der Birds beschäftigen wollen, ist das Heft eine interessante Lektüre.
Details: Birds of Prey Special Erschienen Dezember 2003 Beinhaltet US Black Canary/Oracle: Birds of Prey; US Birds of Prey: Revolution Story: Chuck Dixon Zeichnungen: Gary Frank, Stefano Raffaele Tusche: John Dell, Bob McLeod 100 Seiten, Euro 6,95 Panini Comics
[Peter]
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