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Birds of Prey #01
 Birds of Prey #01 | Schwestern im Geiste Teil 1 Orakel und Black Canary verhindern, dass Andrew Fischer sich mit allen Finanz-Reserven seiner Firma ins Ausland absetzen kann und geben ihm eine zweite Chance. Bei der weiteren Überwachung von Fishers Email stellen sie fest, dass Fisher anscheinend sich selbst und seine Familie aus Schande umbringen will. Canary eilt zu Fisher, um ihn aufzuhalten und läuft direkt in die Falle von Savant, der sie als Geisel nimmt.
Schwestern im Geiste Teil 2 Dinah ist neben Andrew Fischer und dessen Familie nun Savants Geisel. Mit gebrochenen Beinen und einem geschwollenen Hals ist sie ans Bett gekettet und kann sich nicht gegen Savant und seinem Gehilfen Creote wehren. Savant setzt sich mit Orakel in Verbindung, um ein Lösegeld für Canary zu vereinbaren. Um Dinah zu befreien, kontaktiert Barbara Huntress, die jedoch erst noch eine Kindesentführung beenden muss.
Meinung Dass auch ohne Batman, Nightwing und Robin gegen die bösen Buben angetreten werden kann, zeigen uns die Birds of Prey. Orakel, Black Canary und Huntress bekämpfen in der ersten Ausgabe von Panini Comics zwar keinen bekannten Superschurken, aber dennoch ist ihr Gegner nicht zu unterschätzen.
Der gerissene Savant stellt dies gleich nach seinem Erscheinen im ersten Teil des Heftes unter Beweis. Um sein Opfer zu brechen und zu fügen, bricht er Canary beide Beine. Danach hält er sie als Geisel und will Orakel erpressen. Simone stellt Savant als selbstsicheren, arroganten Schönling dar, der es sich nicht nehmen lässt, mit seiner Überlegenheit zu prahlen. Savant kann sich zwar nicht mit dern Schurken der ersten oder zweiten Liga messen, trotzdem ist sein Auftritt spannend geschildert. Ihm zur Seite steht Creote, ein Muskelpaket und anscheinend sehr von seinem Chef angetan, soweit man das aus den Kommentaren Black Canarys deuten kann.
Orakels und Canarys Beziehung wird geschwisterlich dargestellt und durch den Titel der Story "Schwestern im Geiste" verstärkt. Huntress, die "Stiefschwester", wird nur im Notfall kontaktiert, wenn es nun mal nicht anders geht. Die Dialoge zwischen Dinah und Barbara sind intimer und neckischer als gegenüber Helena. Auch die Sorge, die Barbara verspürt, als sie von Dinah nichts mehr hört wirkt familiär.
Gail Simone übernahm ab US-Ausgabe #56 als Stammautorin das Ruder und steuert die Birds of Prey in Gewässer, die dem Leser unterhaltsame Abenteuer näher bringen. Mit Witz, darunter auch eine Portion schwarzen Humors, Charme und Sexappeal gelingt es Simone und Zeichner Ed Benes die Frauenpower effektvoll in Szene zu setzen. Dabei werden dann auch nebenbei Themen, wie das Wechseln von Unterwäsche oder Sexersatz durch italienische Köstlichkeiten eingebracht. Einzig die Übersetzung von Alexander Rösch läßt die Dialoge teilweise untypisch/unweiblich klingen. So wird aus einem eher natürlichen "...I'm suprised I remembered clean underwear" im Deutschen "...ein Wunder, dass ich meine Höschen wechsle". Das klingt für das männliche Publikum sicherlich attraktiver, aber das englische underwear sollte nunmal die Unterwäsche bleiben und nicht als Synonym für panties hergenommen werden.
Ed Benes übernimmt mühelos die geschriebene Mischung aus Spannung, Tempo und Humor in seine Zeichnungen und erweckt damit die Worte zum Leben. Die Erfahrung im Zeichnen von gutproportionierten Frauen merkt man ihm an. Die femininen Rundungen der Protagonisten kommen gut zur Geltung und wirken nicht so übertrieben wie bei anderen seines Fachs. Dank der Unterstützung von Tuscher Alex Lei erhalten die Zeichnungen an den richtigen Stellen eine dunkle Stimmung, wodurch der Comic an Dramaturgie gewinnt.
Wer eine spannende Story mit sympathischen Helden sucht, findet sie in dieser Serie und sollte zuschlagen. Panini Comics veröffentlichte die Serie 2003 rechtzeitig zum Deutschlandstart von der gleichnamigen 13-teiligen TV-Serie auf RTL. Leider wurde die Serie mangels Verkaufszahlen nach zwei Ausgaben eingestellt, um im Format von Sonderbänden jetzt wieder fortgeführt zu werden.
Details: Birds of Prey Erschienen November 2003 Beinhaltet US Birds of Prey #56 + 57 Story: Gail Simone Zeichnungen: Ed Benes Tusche: Alex Lei 52 Seiten, Euro 4,00 Panini Comics
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