|
Batman Sonderband:
Hethke Batman Sonderband 30
Der Joker kehrt zurück
Hier halte ich einen wahren Klassiker in der Hand. Nicht wirklich klassisch hinsichtlich Batmans Abenteuer, sondern klassisch, weil dieser Band meine allererste Berührung mit dem dunklen Ritter im Comic Bereich war. Bis dato kannte ich ihn eigentlich nur als Zeichentrickfigur (damit meine ich nicht die geniale Animated Serie aus den 90ern, sondern die eher einfach gestrickten Abenteuer aus den 60ern). Umso verwirrter war es damals für mich als ich dieses Heft las, da ich mit einigen Dingen hier absolut nichts anfangen konnte. Da diese Geschichte nach 'A Death in the Family' und nach 'The killing Joke' spielt und ich natürlich damals diese beiden Werke noch nicht kannte, war mein Hirn mit der Handlung dieses Heftes also beim ersten Lesen ziemlich überfordert aber dazu später mehr…
Inhalt Seit der Joker vor eineinhalb Jahren angeblich bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, (nachzulesen in 'A Death in the Family') rechnete eigentlich niemand mehr mit bizarren und makabren Morden. Doch die an einem Strick hängende Leiche von Richter William Patricks, den man den 'hängenden Richter' nannte, lässt auf einen Mörder mit sehr schwarzen Sinn für Humor schließen. Commissioner Gordon jedenfalls ist überzeugt, dass der Mann der damals seine Tochter in den Rollstuhl brachte, der Joker, noch am Leben ist. Der Mord an Patricks ist natürlich Thema in den Nachrichten und eine im Dunkeln kauernde Gestalt kann nichts Komisches an dem Mord finden.
Natürlich erfährt auch Bruce Wayne von der Sache und vermutet, dass sein alter Erzfeind tatsächlich noch lebt. Sofort bereut er nach Jason Todd´s Tod einen weiteren Jungen in sein gefährliches Leben mit einbezogen zu haben und gesteht Alfred seine Angst sich nicht zurückhalten zu können, sollte er dem Joker noch mal gegenüber stehen. Zur gleichen Zeit findet eine besondere Gala für die Nobelgesellschaft von Gotham statt. Der Finanzier Curtis Base werbt die reichen Gäste für eine Partnerschaft an und für Investierungen in seine Spekulationen. Eine kritische Frage von der Reporterin Vicky Vale die Base vorwirft das investierte Geld in die eigene Tasche zu stecken, wird von ihm lächelnd beiseite gelegt. Nach seiner Rede wird der prunkvolle Abend jedoch zu einer wahren Blutpolka. Eine Meute blutrünstiger Hunde stürzt in den Saal und fällt über die Gäste her. Bevor Gordon, der für die Sicherheit zuständig ist, reagieren kann wird er überwältigt und dem Verantwortlichen für diese Überraschung vorgestellt, dem Joker!
Während seine Männer die ängstlichen Snobs um ihre Wertsachen erleichtern, erzählt der Clown Gordon einen wirklich dummen Witz und verlässt nach gelungenem Beutezug den Saal. Gordon gibt seinen Männern sofort den Befehl die Ausgänge zu sperren, doch angeblich hat seit Beginn der Feier niemand das Gebäude betreten oder verlassen. Da stimmt doch was nicht! Der Gastgeber Base wird gefesselt in einem Nebenraum gefunden und bedauert zutiefst diesen schrecklichen Zwischenfall. Nachdem die Polizei seine Aussage aufgenommen hat, zieht Base seinen Mitarbeiter Marty zur Seite. Dieser ist noch ganz schockiert das der Joker Base angegriffen und gefesselt hat. ( Äh…hallo? Eben haben ein paar tollwütige Köter Menschen zerfleischt und du bist geschockt darüber das dein Boss gefesselt wurde? Wohl Kindheitstrauma wegen irgendwelcher Fesselspiele bei Cowboy und Indianer…aber ich bin kein Psychologe) Seine Angst um seinen Chef ist jedoch völlig unbegründet, denn Base offenbart Marty in seinem Büro die knallharte Wahrheit. Base selbst war der Joker und hat mit Hilfe einiger Handlanger das Geld der Gäste eingesackt. Marty kann dies nicht fassen, doch sein Boss erklärt ihm grinsend das das Problem der Amerikaner die Angst ist, Risiken einzugehen die sie reich machen könnten (OK, das waren die Amis von damals. Heute sieht das wohl anders aus.) Marty möchte sich damit jedoch nicht abgeben und verlässt den Raum….unfreiwillig…durch das Fenster…des seeehr hohen Gebäudes.
Wieder befinden wir uns in einer dunklen schmuddeligen Wohnung und der im Schatten agierende Unbekannte kann diese Ereignisse die sich momentan in der Stadt abspielen noch immer nicht sonderlich komisch finden. Während die Nachrichten laufen, packt er einen roten Helm aus einem Berg von Unrat aus und erinnert sich zurück. Wie er damals von Batman angegriffen wurde und in den Säuretank fiel….wie er mit einer Brechstange Robin tötete. Schockiert wirft er das Werkzeug zur Seite und legt sich ins Bett. ( OK, eigentlich wäre das weitere Schattenspiel unnötig. Weiß doch eh jeder wer dieser Kerl ist, oder?)
In der Zwischenzeit begeht Base unter der Maske des Jokers weitere Untaten. Batman und Gordon jedoch haben irgendwie das Gefühl das hier was nicht stimmen kann. Irgendwas fehlt, aber beide wissen nicht was. (Was fehlt weiß ich auch nicht und ich bedauere sehr, dass es auch später nicht geklärt wird) Die weiteren Überfälle des falschen Jokers haben aber nun zur Folge dass der einzig wahre Clownprinz endlich aus seinem Schatten springt und auch endlich seinen eigenen Witz wieder gefunden zu haben scheint. Lachend gibt er dem Leser bekannt, dass er wieder da und nun rasend ist! Na dann kann die Tortenschlacht ja beginnen!
Obwohl immer noch kein Beweis vorhanden ist ob es sich um den echten Joker handelt, bereitet Gordon seine Tochter Barbara darauf vor, dass der Mann der sie damals so gequält hat wohl noch lebt und er nicht weiß was er tun wird, wenn er ihn findet. Genau dasselbe Gefühl beschleicht auch immer noch Batman und wieder ist es Alfred der ihn aufbaut und ihn niemals einem Mord zutrauen würde. Base ist mittlerweile begeistert von seiner Rolle als geisteskranker Killerclown. Seine Männer glauben jedoch, dass er zuviel riskiert und einer unter ihnen namens Bobby will heimlich aussteigen. Klar, wer einen Hang dazu hat jemanden aus dem Fenster zu schmeißen nur weil er anderer Meinung ist, mit dem kann man einfach nicht harmonisch zusammen arbeiten. Batman geht mittlerweile mit einem Foto von Bobby (was´n Zufall!) in schmierigen Spelunken hausieren und bekommt von einem eingeschüchterten Schläger auch direkt die genaue Adresse. Weil so ein Schläger sich aber nun mal gern schlägt, wagt er es tatsächlich unseren dunklen Ritter von hinten anzugreifen und wird prompt kopfüber in der Kneipe aufgehängt.
4 Stunden und 15 Minuten später taucht auch der Joker auf und fragt den Hangman genau dasselbe (Woher ich die genaue Zeit weiß? Weil in der Kneipe eine Uhr hängt. Kann mir mal jemand sagen warum der arme Kerl da die ganzen Stunden in dem scheinbar vollen Laden sinnlos rumhängt und keiner auf die Idee kommt ihn vielleicht mal aus seiner misslichen Lage zu befreien? Hat anscheinend nicht viele Freunde) Naja, Joker bekommt sogar noch ein wenig schneller an die gewünschte Information, anscheinend werden Clowns in diesem Laden mehr respektiert als Fledermäuse. Bobby wird zunächst von Batman verhört und will nach dem Gespräch direkt die Stadt verlassen. So ein Pech das er beim verduften dem Joker in die Hände fällt und zunächst glaubt das er Base sei. Man könnte fast von Glück sprechen für Bobby. Base hätte ihn sicher ohne mit der Wimper zu zucken ausgeknipst, Joker aber hängt ihn nur gefesselt über die Toilette.
Obwohl Batman vorher Bobby ausgequetscht hat, erscheint Joker komischerweise als erster bei Base. Jedoch bekommt er ganz zittrige Knie als er seinem „Spiegelbild“ ins Gesicht sieht. Nun tritt auch Batman und Gordon ein. Hier könnte die Geschichte nun enden und meine Finger sich erholen, doch der Commissioner bekommt einen Hustanfall (jaja, die Zigaretten) und die bösen Buben nutzen den Moment um sich aus dem Staub zu machen. Dabei wird Joker (das Original) am Arm verletzt. Gordon ist bestürzt über seinen Fehler und der Clownprinz heult vor Schmerzen.
Base hat langsam die Nase voll von der Einmischerei beider Seiten und arrangiert ein Treffen. Ort: Wo alles begann. In der Chemiefabrik lauert er im Hinterhalt und beschießt den eintretenden Batman und den Commissioner aus vollen Rohren. Jedoch scheint er den wahren Joker komplett vergessen zu haben der ja auch eingeladen wurde. Batman ergreift beide, Base jedoch kann sich losreißen und hat nun einen völligen Burnout. Er will nicht nur die Maske des Jokers tragen und die Rolle spielen, er will der neue Joker werden! Lachend springt er in ein Fass voller Chemikalien. Bedauerlicherweise, jedenfalls bedauerlich für ihn, dachte er nicht daran, dass die heutigen Säuren etwas stärker sind und so wird der Schurke förmlich aufgefressen. Bleibt also nur das Original. Batman überlässt Jim die Entscheidung was mit dem Clown geschehen soll. Auch wenn ihm der Finger am Abzug juckt, letztendlich bleibt es bei der alten Lösung. Der Joker wird nach Arkham verfrachtet und ausnahmsweise ist er ganz glücklich darüber. Kann er doch nur hier unter all den Verrückten endlich wieder richtig wahnsinnig werden.
Meinung Tja, das war es also. Meine erste Begegnung mit Batman in der Welt des Comics, seinem natürlichen Zuhause. Wie ich schon am Anfang erwähnte kannte ich den dunklen Ritter eigentlich nur über die alte Zeichentrickserie und hatte keine Ahnung davon was sich in der Comicwelt so abspielte. Auch mit der Einleitung am Anfang des Bandes konnte ich nicht viel anfangen. Was sollte das heißen „Nach dem Mord am ZWEITEN Robin“?? Gibt’s denn mehrere? Wer ist dieser Tim der am Anfang erwähnt wurde, wie genau brachte der Joker Barbara in den Rollstuhl und was bedeutet denn dieser rote Helm mit dem er anfangs rumrennt? Heute ist mir die gesamte Geschichte natürlich glasklar, aber damals war ich wirklich noch überfordert mit diesen komplexen Nebenhandlungen. Dennoch war mein Interesse geweckt und ich wollte mehr! Vor allem wollte ich aber unbedingt diese Geschichten haben, die sich mit dem Mord am zweiten Robin und dieser Sache mit Barbara beschäftigten. Natürlich sind diese Meilensteine in Batmans Comic Laufbahn.
Dazu dürfte diese Story hier sicherlich nicht zählen. Selbstverständlich schätze ich sie sehr, eben weil es meine Erste war. Jedoch ist sie nicht wirklich genial durchdacht und ein großer Spannungsbogen wird auch nicht aufgebaut. Das Base schon nach dem ersten Überfall als wahrer Drahtzieher präsentiert wird, nimmt ein wenig die Spannung…auch wenn nach Vicky Vales Frage schon klar war, das es sich bei diesem Typen um ein schwarzes Schaf handeln könnte. Richtig lächerlich ist jedoch die Tatsache, dass Base lediglich mit einer Jokergummimaske die Polizei und Batman zum Narren hält. Ich meine: Hallo??? Zum einen wird man dies doch an der Stimme erkennen können? Wir Leser können das zwar an Sprechblasen nicht ausfindig machen, aber doch wohl die Figuren selbst? Base hat zwar den Joker studiert, aber ob er auch dessen Stimme und sein Lachen nachmachen kann? Zumal Batman selbst oft genug in seinen Abenteuern sagt das er dieses Lachen überall erkennen würde? Aber selbst wenn Base dies geschafft haben sollte, so bleibt einfach die körperliche Unstimmigkeit. Der Joker ist ein äußert dünner Charakter und besonders Jim Aparo zeichnet ihn vom Gesicht her extrem lang und hager. Base jedoch ist verdammt breitschultrig, fast wie Batman selbst. Noch dazu hat er ein sehr kantiges Beton Gesicht, so dass die Joker Maske ihm einfach nicht passen kann! Hier hätte man zumindest den Charakter Base dem Joker körperlich anpassen sollen um die Sache mit der Verkleidung wenigstens halbwegs glaubwürdiger zu gestalten. Aber was soll´s, die Geschichte diente damals einfach nur dazu den beliebtesten Gegner des dunklen Ritter wieder zurück ins Geschehen zu bringen und das war natürlich die Hauptsache.
Über den Zeichenstil von Jim Aparo, der ja mittlerweile schon verstorben ist, muss ich nicht viele Worte verlieren. Der Mann ist ja eine Legende! Zwar ähneln die Frauen die er zeichnete sich oft wie ein Ei dem anderen und auch Bruce Wayne und Superman wirkten oft wie Zwillinge, aber egal. Der Mann konnte genauso gut Action wie auch Emotionen in seinen Werken rüber bringen und das schaffen auch heutige Zeichner nicht immer.
Details: Batman Sonderband Nr.30: Der Joker kehrt zurück Erscheinungsdatum: 1992 Beinhaltet: Batman 450/451 Story: Marv Wolfman Zeichnung: Jim Aparo Sonderband, 44 Seiten, 14,80 DM HETHKE COMIC
|