|
05.09.2008
Von Null auf Held:
Wie wir BATMAN werden können
Heiliges Mikroskop! Ein Wissenschaftler hat herausgefunden was passieren müsste, damit wir uns in Batman verwandeln. Simon Usborne und Dr. Paul E. Zehr verraten uns die Formel.
Durch Gotham zu gleiten mit mehr Gadgets als 007, während man böse Jungs zusammenlegt und die Schmeicheleien der Massen erntet – wer wäre nicht gern Batman?
 Ein Mann glaubt, dass das vielleicht sogar möglich wäre. Dr. Paul E. Zehr, ein Professor für Kinesiologie und Neurowissenschaften, der auch ein Experte für Kampfkunst ist, hat den Dunklen Ritter für ein Buch seziert, das er im Laufe des Jahres veröffentlichen will. In seinem Werk 'Becoming Batman: The Possibility Of A Superhero' (dt. Die Entstehung von Batman: Die Möglichkeit eines Superhelden), zeigt Zehr, der an der University of Victoria in Kanada arbeitet, welche Art von Training Bruce Wayne oder jeder andere Sterbliche absolvieren müsste, um der Caped Crusader zu werden.
"Was Batman zu solch einem großartigen Superhelden macht, ist, dass er ein Mensch ohne Superkräfte ist", sagt Zehr. "Er wurde nicht auf einem anderen Planeten geboren, er wurde nicht von einer mutierten Spinne gebissen; er hat einfach nur eine Menge Geld und eine Menge Fähigkeiten. Aber niemand hat jemals ausgewertet, ob es durchführbar wäre, sich in Batman zu verwandeln – ich wollte das aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel betrachten und eine Antwort präsentieren."
Zehrs Wahrscheinlichkeits-Studie beinhaltete auch das durchfischen seiner Comicsammlung – er ist ein lebenslanger Batman Fan, der sich als Kind als Superheld verkleidete – und er verwendete seine Kenntnisse über das Gehirn, den Körper und seine eigenen Kampffähigkeiten. Er vermutet, dass es 15 bis 20 Jahre dauern würde um das benötigte Training zu absolvieren, idealer Weise wird bereits im Kindesalter mit dem Training begonnen.
Zehr gibt zu, dass es "äußerst schwierig" werden könnte sich auch nur Batmans Level anzunähern, aber es sagt: "Bei dem Wissensstand, den wir über den Körper und das Gehirn haben, glaube ich, dass es möglich ist."
Das Gehirn Batman kann alles Geld der Welt haben, Gadgets und seine umwerfenden Kampffähigkeiten – aber wenn er Gotham vom Verbrechen frei halten will, muss er einen bestimmten Muskel, genauso fit halten, wie seinen restlichen Körper: sein Gehirn. "Abgesehen von allem anderen, ist er der beste Detektiv der Welt und dafür muss man auch die entsprechende Intelligenz haben", erklärt Zehr. Und dann gibt es etwas, das Zehr "Körpersinn" nennt – die Fähigkeit die Bewegungen des Körpers zu spüren und hervorzurufen. "Es ist etwas, dass hochgradig trainierte Sportler besitzen, er [der Körpersinn] kombiniert kraftvolle Bewegungen und die Feinmotorik – Kampfkünste und Gymnastik sind hierfür ein gutes Beispiel", erklärt Zehr. "Es gibt eine Szene in einer Graphic Novel, in der sich Batman in einem Orchestergraben während einer Opernaufführung gegen verschiedene Angreifer verteidigen muss. Er ist noch immer in der Lage seinen fein abgestimmten Körpersinn zu nutzen und den Tag doch noch zu retten. Es kostet Jahre, die motorischen Fähigkeiten so weit abzustimmen – aber es ist definitiv möglich."
 Die Augen Die Fledermaus Augen müssen besser sein, als die einer echten Fledermaus. "Er muss wichtige visuelle Informationen schneller verarbeiten, als eine untrainierte Person", erklärt Zehr. "Er muss all die visuellen Fähigkeiten eines gut ausgebildeten Detektivs haben, der einen Blick auf etwas am Ort des Verbrechens wirft und sich an jedes Detail erinnern kann – und die Fähigkeit eines Fussballers, der sich schnell bewegt und innerhalb der Bewegung schnell [um]denken kann." Eine Kreuzung zwischen Wayne Rooney und Inspektor Morse, offensichtlich.
Es bedeutet auch, dass Batman sich ständig bewusst sein muss, was in seiner Umgebung passiert. Der Mensch hat nur ein sehr enges Sichtfeld, aber es gibt Übungen, mit denen man es verbessern kann. Versuchen Sie einmal Ihre Arme vor sich auszustrecken und starr auf ein Objekt zu blicken, dass sich zwischen Ihren Zeigefingern befindet. Jetzt testen Sie einmal, wie lange Sie sich auf das Objekt und die Finger fokussieren können, während Sie Ihre Arme [langsam] von einander weg bewegen.
Die Diät Batman ist ein vielbeschäftigter Kerl, aber wie Jack Bauer den wir aus 24 kennen, sieht man ihn nie an einem Kit-Kat knabbern ... Es gibt in 'Batman Begins' eine Szene in der gegessen wird, als Alfred einem verletzten Bruce einen mysteriösen, grünen Smoothie serviert. Zehr meint: "Ich vermute, dass er zu 60% Kohlenhydrate zu sich nehmen muss, 25 % Proteine und 15 % Fett. Um all das zu tun, was Batman tut, muss man täglich ca. 4000 Kalorien zu sich nehmen – fast das doppelte der durchschnittlichen Menge." Also eine Menge Pasta und Biskuits? "Ja, er würde keine verrückte Diät brauchen."
Das Training
Wie Christian Bale im Film 'Batman Begins' gezeigt hat, muss man ziemlich muskulös sein, um Batman zu werden – der Anzug füllt sich nicht von alleine. Das Problem hierbei ist, dass man sowohl beweglich als auch kraftvoll sein muss. "In der wirklichen Welt kann man einfach nicht beides haben", sagt Zehr. "Batman muss irgendwo dazwischen liegen – in allem wirklich gut sein, aber in keinem der Fächer der Beste – außer darin, Batman zu sein." Um Hinweise über Batmans Körperbau zu bekommen, durchfischte Zehr seine Batman Sammlung. "Die erste Beschreibung erschien 1939, als Batman dargestellt wird, wie er nur Shorts trägt und eine enorme Hantel über seinen Kopf stemmt. So sollte er also zu Batman werden, aber Krafttraining war nicht genug. Sein Training wird vielseitiger sein, als das eines Zehnkämpfers."
Die Größe Batman zu werden ist eine ziemlich große Sache, aber wie groß genau ist der Dunkle Ritter? Die fünf Männer die ihn auf der großen Leinwand dargestellt haben (West, Keaton, Kilmer, Clooney und Bale) variierten zwischen 1,65 Meter (Keaton) und luftigen 1,87 Meter (West). Wenn man alle Comics und die gesamte Literatur in dem Feld durchsucht, das man Batmanologie nennen könnte, hat Zehr die wahre Größe des Superhelden auf ca. 1,85 Meter festgelegt. In der Zeit in der er zu Batman wird, bringt Wayne 95 kg auf die Waage, während er zu der Zeit vor seinem "Batman Training" ca. 84 kg gewogen hat.
Die innere Uhr Billionär Playboys wie Bruce Wayne sind vielleicht nachtaktiver als der durchschnittliche Mensch, aber für den Menschen ist es nicht normal nachts zu arbeiten. "Batman befindet sich in einem fast permanenten Jet Lag, weil er immer nachts trainiert und arbeitet", erklärt Zehr. "Wie jeder weiß, der schon einmal geflogen ist, beeinträchtigt das Jet Lag die Funktionsfähigkeit unseres Körpers, weil dieser einem gewissen Rhythmus unterworfen ist. Für Batman bedeutet das, dass er seinen gesamten Lebensrhythmus anpassen muss, ansonsten wäre er ständig erschöpft. Die Art der Dunkelheit die er braucht um tagsüber normal schlafen zu können ist ungefähr damit zu vergleichen, ständig eine Schweißerbrille zu tragen. Es ist eine ziemlich extreme Existenz, aber sie ist dennoch möglich."
Die Knochen Man könnte annehmen, dass die Knochen wie ein Fahrradrahmen festgelegt sind, wenn man aufhört zu wachsen und nur dazu bestimmt sind schwächer und zerbrechlich zu werden, wenn man alt wird. Aber das Gegenteil ist der Fall. "Wenn Sie körperlich aktiv sind, passt Ihr Körper sich an – und mit dem Skelett verhält es sich nicht anders", erklärt Zehr. "Nehmen wir mal an, Sie würden sich für einen Marathon vorbereiten wollen, sind aber vorher nie wirklich gerannt. Wenn Sie anfangen über den Zement zu laufen, erfährt Ihre Knochenmasse eine mechanische Belastung der sie nie vorher ausgesetzt war. Diese Belastung bringt Ihre Knochen dazu sich neu aufzubauen, neue Mineralien aufzubauen und stärker zu werden. Batman nutzt diese Fähigkeit, um seine Schlagkraft zu verbessern. Er würde das tun, indem er mit Objekten wie Holzplatten trainiert, wie man sie aus den Martial Arts kennt." Aber Zehr warnt Wagemutige davor ihre Sandsäcke gegen Eichen auszutauschen. "Das wird weh tun", sagt er.
Die Rüstung Batmans umwerfendes Outfit, dass von Wayne Industries für das Militär entwickelt wurde, dann aber abgelehnt wurde, ist der wichtigste Bestandteil seiner Verbrechensbekämpfungs-Ausstattung. Aber wie viel Schutz kann ein kugel- und stichsicherer Anzug der aus "gehärteten Kevlar Platten und titaniumverstärkten dreilagigem Material" besteht, gewähren? "Das Problem ist einfach: egal wie schützend der Anzug ist, die Energie einer Kugel oder eines Schlages werden immer übertragen werden", sagt Zehr. "Ich habe Schutzanzüge von Tauchern gesehen, die von Haien angegriffen wurden. Die Bisse haben den Kettenhemd-Anzügen nichts angetan, aber der ganze Arm wurde zertrümmert." Batmans verletzlichster Körperteil ist sein Kopf und laut Zehr ist der kritischste Teil der Verwandlung in Batman, dass man die Schläge überleben muss, die er am Kopf abbekommt. Zehr sagt: "Egal wie gut sein Helm ist, ein kräftiger Schlag kann eine Gehirnerschütterung oder schlimmeres zur Folge haben. Ein echter Batman müsste schnell genug sein um einem gezielten oder kräftigen Schlag ausweichen zu können."
Das Cape Das Memory Cloth, das genutzt wird um Batmans Cape herzustellen, dass sich durch eine elektrische Aufladung in einen Gleiter verwandelt ist eine Hollywood Erfindung - aber Experten glauben, dass die Entwicklung eines solchen Stoffes nur eine Frage der Zeit ist. Verschiedene Kampftruppen entwickeln eine Rüstung die aus magnetorheologikalen Flüssigkeiten besteht. Im Grunde genommen sind es eisenhaltige Füllungen die mit Öl vermischt werden – die Mischungen verhalten sich wie Flüssigkeiten bis sie einem magnetischen Feld ausgesetzt werden, dass die Flüssigkeit fest werden lässt. Ob Batman das Cape dann noch kontrollieren könnte, um von einem Wolkenkratzer gleiten zu können, ist eine andere Frage. Allerdings haben Basejumper, die einen speziellen Flügelanzug tragen, bewiesen, dass ein menschlicher Flug ohne technische Unterstützung möglich ist.

[Übersetzung LadyLovecraft]
Quelle: Irish Independent News Ireland
|