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29.12.2004
Vorwurf:
Mann behauptet, sein Vater habe Batman erschaffen
(von Diego Ribadeneira, Mitarbeiter des Globe, 30.08.98) HARWICH - Heilige historische Richtigkeit, Batman! Wo kommst Du wirklich her?
Das ist auch die Frage, die Frank Foster Jr. immer wieder unerbittlich stellt, obwohl Bob Kane weltweit als der Erschaffer von Batman anerkannt ist. Um seine Behauptungen zu untermauern, präsentiert Foster, ein in Harwich im Ruhestand lebender Werbefotograf, ein stabiles, leicht zerknittertes Blatt, das ein Zeichner im Jahr 1932 datiert hat.
Auf der Zeichnung sind drei S/W Zeichnungen von Fosters Vater, Frank Foster Sr., der verschiedene Bostoner Kunstschulen besucht hatte, zu sehen. Man erkennt auch bei flüchtigem Betrachten eine Comic Figur, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem maskierten Rächer aufweist - dieselbe Art von "Rattenohren" an der Maske und ein ähnliches Kostüm. Zwei Namen stehen neben der Figur - "Nightwing" und "Batman".
Ab hier wird es spannend. Die Bilder, wenn sie tatsächlich echt und aus dem Jahr 1932 sind, wurden sieben Jahre, bevor der erste Batman-Comic in die Verkaufsregale kam und so die Geburt eines der beständigsten und lukrativsten Superhelden Amerikas einläutete, gezeichnet.
Frank Sr., der vor über drei Jahren verstarb, ging in dem Glauben von dieser Welt, daß Kane oder einer von Kanes Kollegen bei DC seine Idee übernommen hatte. Ebenso wie seine Frau Ruth, die neunzigjährig in Harwich lebt. Und sein Sohn Frank, 62, und einige von Frank Sr. Freunden.
Laut den Aufzeichnungen des anwesenden Anwalts von Foster, Bernard G. Sykes III., sagte Paul Levitz, Vizepräsident und Herausgeber des Unternehmens, bei einem Treffen im DC Hauptsitz in New York City vor nicht ganz drei Jahren zu Frank Foster Jr., daß er nicht den geringsten Zweifel daran habe, daß die Zeichnungen seines Vaters authentisch seien.
Aber das Problem sei, und darin stimmten alle anwesenden Parteien überein, der Versuch eine eindeutige Verbindung zwischen Frank Sr., seinen Zeichnungen, Kane und DC zu finden. Ein Mitarbeiter von DC sagte inoffiziell, daß Foster und Kane möglicherweise von den selben Vorbildern beeinflußt worden seien.
"Die Frage ist, wie man den direkten Zusammenhang zwischen den Zeichnungen und dem erst sieben Jahre späteren Erscheinen von Batman bei DC erklären will. Das ist eine Kette, bei der einige Glieder fehlen," sagte Sykes. "Aus rechtlicher Sicht, mit dem Auftrag, den Anspruch auf Schadenersatz zu prüfen, muß man sich Gewißheit verschaffen. Und das ist eine sehr hohe Hürde." Schließlich fügt Sykes noch hinzu, daß die Geschichte von Fosters Zeichnungen "eine faszinierende, historische Fußnote" seien.
"Unser Zusammentreffen war sehr freundschaftlich, und DC fragte uns, ob wir ihnen mehr erzählen könnten, um einen direkten Zusammenhang zwischen Mr. Foster und Mr. Kane nachvollziehen zu können. Das ist die derzeitige Situation," sagte Sykes, der eine Kanzlei in Harwich Port hat.
Levitz und Lilian Laserson, Vizepräsidentin und Rechtsanwältin bei DC, die ebenfalls dem Treffen beiwohnte, waren letzte Woche in Urlaub und konnten für eine Stellungnahme nicht erreicht werden. Martha Tohomases, eine Sprecherin von DC, sagte zu dem Foster-Fall: "Das ist eine interessante Geschichte. Wir haben eine Videoaufzeichnung, die wir gerade auf einer Comic Convention in San Diego gezeigt haben. Auf diesem Video spricht Bob Kane davon, wie er bei der Entwicklung von Batman von den Skizzen da Vincis beeinflußt worden sei. Das ist schon immer die Entstehungsgeschichte Batmans hier bei DC."
Frank Jr. sagt, er hätte nicht genügend Geld, um entsprechende Untersuchungen durchzuführen - eine wissenschaftliche Analyse der Zeichnungen seines Vaters und die Beauftragung von Detektiven, um die Verbindung zwischen Frank Sr. und Kane zu beweisen - die notwendig wären, um seine Behauptungen zu beweisen. Er hatte die Zeichnungen bislang nie jemand anderem als Verwandten und engen Freunden gezeigt, da "ich nicht wußte, was ich damit tun könnte."
Er sagt, er habe sich dafür entschieden, die Öffentlichkeit zu informieren, da er der Hoffnung sei, jemand könne sich melden, der mehr Informationen zu den Ursprüngen Batmans habe.
Kane, der als Berater bei verschiedenen Batman Filmen angestellte war, lebt in Kalifornien, konnte letzte Woche aber nicht aufgefunden werden. Er hat oft erzählt, daß die Inspiration zu Batman von den Skizzen zu da Vincis "Fliegenden Maschinen" und berühmten Filmhelden der 20er und 30er Jahre, wie zum Beispiel 'Zorro', kämen.
Ruth Fosters Gedächtnis hat im Laufe der Jahre ein wenig nachgelassen. Dies ist eine kurze Zusammenfassung der Geschichte, bestehend aus Teilen eines Interviews mit dem Globe, ihren schriftlichen Stellungnahmen an den Familienanwalt und einem Schreiben, das Frank Sr. seinem Anwalt in den 70er Jahren gab:
Bewaffnet mit seinem Kunstexamen und einer Mappe, die seine Batman Zeichnungen enthielt, zog Frank nach New York, um Arbeit zu finden. Es war entweder Ende 1936 oder Anfang 1937 und Frank legte bei verschiedenen Gesellschaften, die Comics veröffentlichten, seine Arbeiten vor. Niemand kann sich mehr daran erinnern, ob er DC besuchte, aber sein Sohn meint, es sei schwer vorstellbar, daß er es nicht getan habe, da DC der größte Comic Verlag gewesen sei, und die Büros nur einige Block von seiner elterlichen Wohnung entfernt gewesen seien. "Wahrscheinlich ist es möglich, daß zwei Männer zur selben Zeit die gleich Idee haben," sagte Sykes. "Das ist auch schon vorher passiert. Aber es scheint doch ein unglaublicher Zufall zu sein. Es müßte faszinierend sein, in der Vergangenheit etwas herum zu graben."
1940 zogen die Fosters nach Washington, wo Frank Sr. bei der jetzigen National Gallery bekam. Dort sah er auch das erste Mal einen Batman Comic. "Er brachte ihn heim und sagte, 'Kannst Du Dir das vorstellen?'" erinnert sich Ruth Foster.
Die Familie hatte weder die Zeit noch das Geld, diese Frage zu klären, erzählte sie, und im Laufe der Jahre hörten sie auf, sich deswegen aufzuregen. "Wir beide hatten nie Zweifel daran, was geschehen war, aber als Batman größer und größer wurde, glaubten wir nicht mehr daran, daß uns noch irgend jemand ernst nehmen würde."
Frank Jr. weiß auch, daß es für ihn schwierig sein wird, seine Behauptung zu beweisen. "Aber ich möchte, daß meinem Vater Gerechtigkeit widerfährt," sagte er. "Ich hätte gern, daß man ihm zu guter Letzt doch noch die verdiente Anerkennung entgegenbringt." (aus Signal #2 - 1998)
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